Weiterer Rückgang bei Altgerätesammlung

Der Trend rückläufiger Mengen in der Erfassung von Altgeräten setzt sich fort. Laut aktuellen Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) wurden im letzten Jahr in Deutschland nur noch etwas mehr als 910.000 Tonnen E-Schrott gesammelt. Das entspricht einem Minus von fast vier Prozent. Für 2022 hatte die EAR bereits einen Rückgang um rund 120.000 Tonnen gemeldet.

Angesichts der erneut gesunkenen Erfassungsmenge ist auch die Sammelquote weiter rückläufig. Bezieht man die von der EAR gemeldete Sammelmenge auf die durchschnittliche Verkaufsmenge an Neugeräten der Jahre 2020 bis 2022, ist die Sammelquote für das letzte Jahr auf unter 30 Prozent gefallen. Das von der EU vorgeschriebene Sammelziel von 65 Prozent wird somit immer stärker verfehlt. Zur Erreichung dieser Quote hätten im letzten Jahr in Deutschland fast 1,1 Mio Tonnen Altgeräte mehr erfasst werden müssen.

Bei den von der EAR gemeldeten Zahlen handelt es sich allerdings für gewöhnlich nicht um die endgültigen Zahlen zur Altgerätesammlung in der Bundesrepublik. So fielen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, welche für die Meldung an die EU-Kommission genutzt werden, in den letzten beiden Jahren um fünf bis sechs Prozent niedriger aus als die der Stiftung EAR. Somit ist es wahrscheinlich, dass die tatsächliche Erfassungsmenge und die offizielle Sammelquote auch im letzten Jahr in Deutschland noch geringer ausgefallen sind.

Die Mengen haben sich in den verschiedenen Erfassungswegen im vergangenen Jahr unterschiedlich entwickelt. Während in der Abholkoordination der EAR nicht nur die Zahl der Abholungen, sondern auch die Sammelmengen mit knapp 290.000 Tonnen in etwa auf Vorjahresniveau lagen, stiegen die optierten Mengen der Kommunen um drei Prozent auf über 230.000 Tonnen an.

Hersteller mit mehr Eigenrücknahmen, Handel sammelt weniger

Noch stärker gestiegen sind die Eigenrücknahmen der Hersteller. Hier lag das Plus bei 13 Prozent. Dem steht aber ein deutlicher Rückgang bei der Vertreiberrücknahme gegenüber. So wurden im Handel im letzten Jahr nur noch knapp 65.000 Tonnen Altgeräte zurückgenommen – ein Rückgang um mehr als 15 Prozent gegenüber 2022.

Weiter stark rückläufig waren die bei Erstbehandlungsanlagen angenommenen Mengen. Mit nur noch 245.000 Tonnen wurde der Vorjahreswert um 30.000 Tonnen unterschritten. Für die Sammlung aus dem Gewerbe meldet die EAR einen Rückgang um mehr als ein Drittel auf etwas mehr als 15.000 Tonnen. Ein Großteil der B2B-Geräte fließt aber wahrscheinlich auch in andere Erfassungswege. So hat das Statistische Bundesamt den Anteil der gewerblichen Altgeräte an der Gesamtmenge des erfassten E-Schrotts in den letzten Jahren immerhin auf sechs bis zehn Prozent beziffert.

Inverkehrbringungsmenge neuer Geräte steigt nicht weiter an

Neben den rückläufigen Mengen in der Sammlung geht aus der EAR-Statistik auch hervor, dass die Inverkehrbringungsmenge das erste Mal seit langem nicht weiter gestiegen ist. So wurden laut EAR 2023 insgesamt 3,24 Mio Tonnen neuer Elektro- und Elektronikgeräte in Deutschland auf den Markt gebracht. Das entspricht einem leichten Minus von etwa 20.000 Tonnen.

Die Verkaufsmenge neuer Geräte lag damit im letzten Jahr aber dennoch um mehr als 860.000 Tonnen höher als noch fünf Jahre zuvor. Ursache dafür ist vor allem die Einbeziehung der Photovoltaikmodule in den Geltungsbereich des ElektroG.

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