
Das FEhS-Institut für Baustoff-Forschung betont die Bedeutung von Eisenhüttenschlacken als hochwertige ressourcen- und klimaschonende Kreislaufstoffe. Ihr Einsatz in verschiedenen Anwendungsfeldern habe auch 2023 zum nachhaltigen Wirtschaften beigetragen, verweist das im Auftrag der Stahlindustrie forschende Institut auf die jüngste Jahresstatistik. So konnten von den bei der Stahlherstellung als Nebenprodukte anfallenden Hochofen- und Stahlwerksschlacken im letzten Jahr rund 92 Prozent verwendet werden – insbesondere in der Zement- und Betonproduktion, im Verkehrswegebau sowie in Düngemitteln. Im Vorjahr betrug die Nutzungsquote sogar knapp 95 Prozent.
„Trotz Transformation und der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben die Nebenprodukte der Stahlindustrie auch 2023 einen großen Beitrag zu Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz geleistet“, konstatiert das FEhS-Institut in einer Pressemitteilung. Geschäftsführer Thomas Reiche forderte alle Stakeholder dazu auf, alles dranzusetzen, dass Eisenhüttenschlacken auch im Zuge der Transformation der Stahlindustrie künftig zum Einsatz kommen können. „Hier ist neben Wissenschaft und Forschung vor allem die Politik gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Unser Vorschlag für Anpassungen des Regelwerks im Bereich Zement/Beton liegt bei den regelsetzenden Institutionen auf dem Tisch“, so Reiche.
Weniger Eisenhüttenschlacken aufgrund rückläufiger Stahlproduktion
Laut FEhS-Jahresstatistik wurden 2023 in Deutschland rund 11,4 Mio Tonnen Hochofen- und Stahlwerksschlacken erzeugt. Hinzu kam ein Lagerabbau von knapp 280.000 Tonnen. Der Rückgang des Schlackeaufkommens um 3,5 Prozent gegenüber 2022 ist eine Folge der stark gesunkenen Rohstahlproduktion in Deutschland. Mit 35,4 Mio Tonnen markierte diese nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl den tiefsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise in 2009.
Die Gesamtmenge der 2023 genutzten Eisenhüttenschlacken beziffert das FEhS-Institut auf 10,5 Mio Tonnen. Diese setzten sich zusammen aus 7,3 Mio Tonnen Hochofenschlacke und 3,3 Mio Tonnen Stahlwerksschlacke. Etwa 6,6 Mio Tonnen wurden den Angaben zufolge als Hüttensand für die Zementherstellung genutzt. Weitere 3,0 Mio Tonnen fanden im Verkehrswegebau Verwendung. Rund 500.000 Tonnen wurden als Düngemittel und 400.000 Tonnen anlagenintern verarbeitet.
Etwa 710.000 Tonnen (Vorjahr: 740.000 Tonnen) Stahlwerksschlacke wurden zwischengelagert. Die Menge der deponierten Schlacken verringerte sich von 580.000 auf 450.000 Tonnen.
Insgesamt haben die Nebenprodukte der Stahlherstellung über die Jahrzehnte laut FEhS über 1,1 Mrd Tonnen Naturstein ersetzt. So wurden durch den Einsatz von Hüttensand im Zeitraum von 1948 bis 2023 rund 408 Mio Tonnen Kalk, Ton und Sand substituiert. Weitere 629 Mio Tonnen Naturgestein konnten durch die Nutzung von Gesteinskörnungen und nochmals 86 Mio Tonnen Naturkalk bei Düngemitteln eingespart werden.





