VKU und VÖA für herstellerfinanzierten Reparaturbonus

Der Verband kommunaler Unternehmen und die Vereinigung öffentlicher Abfallwirtschaftsbetriebe fordern die Einführung eines europaweiten Reparaturbonus. Aus Sicht der beiden Kommunalverbände aus Deutschland und Österreich sollten die Kosten dafür aber nicht von der Allgemeinheit, sondern von den Geräteherstellern getragen werden. Durch die Förderung der Gerätereparatur könnten die Rechte der Verbraucher gestärkt und die Abfallvermeidung gefördert werden, hoffen VKU und VÖA.

Auf EU-Ebene laufen aktuell Verhandlungen zur Ökodesign-Verordnung. Damit soll unter anderem die Reparierbarkeit von Produkten verbessert werden. Die beiden Verbände begrüßen das Vorhaben zwar ausdrücklich, vermissen jedoch die Festlegung auf einen Reparaturbonus. Daher legen sie in einem gemeinsamen Positionspapier die Vorteile eines solchen Förderinstruments dar.

Bezug nehmen VKU und VÖA dabei auf die bisherigen Erfahrungen in Thüringen, Sachsen und Österreich, wo bereits Boni für Reparaturleistungen ausgezahlt werden. Die finanzielle Förderung habe oft den Ausschlag für private oder betriebliche Reparaturbestrebungen gegeben. So haben im letzten Jahr in Thüringen fast 12.000 Menschen die Möglichkeit genutzt, ihre Elektrogeräte reparieren zu lassen und die Hälfte der Reparaturkosten bis zu maximal 100 Euro erstattet zu bekommen. Viele Antragstellende hatten erklärt, sich nur deswegen für die Reparatur entschieden zu haben, weil es den Reparaturbonus gab. Ohne den Bonus hätten sie ihr defektes Gerät entsorgt und durch ein neues ersetzt, berichtete das Landesumweltministerium weiter.

In Österreich werden im Rahmen des im April 2022 gestarteten Förderprogramms für Reparaturen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Betriebe bei der Reparatur von Elektrogeräten mit 50 Prozent der Reparaturkosten bis zu 200 € pro Gerät unterstützt. Das ursprüngliche Ziel von 400.000 Reparaturen bis Anfang 2026 sei schon im ersten Jahr mit 560.000 weit übertroffen worden, schreiben VKU und VÖA. Zur Projektfinanzierung verwende Österreich allein in diesem Jahr 50 Mio € der dem Land bis 2026 zustehenden 130 Mio € aus dem EU-Aufbaufonds „NextGenerationEU“.

Für die beiden Kommunalverbände zeigen die Erfahrungen in Thüringen und Österreich, dass ein Reparaturbonus wirkungsvoll und beliebt ist. Die Kosten dafür sollten aus ihrer Sicht durch die erweiterte Herstellerverantwortung gedeckt werden. Das ermögliche nicht nur eine langfristige und flächendeckende Finanzierung, sondern wecke auch das wirtschaftliche Interesse der Produzenten. Hersteller hätten mehr Anreize, ihre Produkte langlebiger zu gestalten und Zugänge zu Reparaturmöglichkeiten zu erleichtern, wenn sie dadurch beispielsweise weniger in einen herstellerfinanzierten Fonds einzahlen müssten, heißt es in dem Positionspapier weiter.

Der Reparaturbonus würde so nicht nur einen Beitrag zum Verbraucherschutz, sondern auch zur Abfallvermeidung leisten. Außerdem könnten durch die Förderung der Gerätereparatur die lokale Wirtschaft gestärkt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Als Vorbild für die Finanzierung verweisen VKU und VÖA auf die Fonds-Umsetzung der EU-Einwegkunststoffrichtlinie.

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