Das Recycling von Verpackungsabfällen aus den dualen Systemen in Deutschland hat 2024 erneut ein hohes Niveau erreicht. Nach Angaben der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) wurden rund 5,5 Mio. Tonnen systembeteiligungspflichtiger Verpackungsabfälle verwertet. Die Gesamtverwertungsquote lag damit – wie bereits im Vorjahr – bei gut 90 Prozent. Seit 2018 ist die Quote von rund 82 Prozent deutlich gestiegen und hat sich auf hohem Niveau stabilisiert.
Die Entwicklung fällt je nach Materialfraktion unterschiedlich aus. Während sich die Verwertung von Leichtverpackungen (LVP) positiv entwickelte, bleibt die Altglas-Sammlung ein strukturelles Problemfeld. Die bei privaten Haushalten erfassten LVP-Mengen stiegen 2024 gegenüber dem Vorjahr um rund 1,5 Prozent. Die Verwertungsmenge nahm um etwa 2,1 Prozent zu, wobei insbesondere die werkstoffliche Verwertung von Kunststoffverpackungen um rund 1,9 Prozentpunkte auf 70,8 Prozent gesteigert werden konnte. Absolut stieg die dem werkstofflichen Recycling zugeführte Menge an Kunststoffverpackungen gegenüber 2023 um 4,1 Prozent auf 761.500 Tonnen. Auch bei sonstigen Verbundverpackungen verzeichneten die Systeme ein Plus von 5,3 Prozentpunkten, wenngleich das Ausgangsniveau niedrig bleibt. Die Gesamtrecyclingquote bei LVP betrug 52,55 Prozent.
Demgegenüber gingen die erfassten Glassammelmengen weiter zurück und lagen 2024 etwa auf dem Niveau von 2019. Nach Einschätzung der Systembetreiber ist dies vor allem auf den fortschreitenden Abbau und die geringere Attraktivität von Glascontainer-Standplätzen zurückzuführen. Infolgedessen konnten die gesetzlichen Recyclingquoten für Glas mit 82,9 Prozent auch 2024 nicht erfüllt werden. Zur Erreichung der Quote fehlten rund 160.000 Tonnen Altglas, was rechnerisch knapp zwei Kilogramm pro Einwohner entspricht.
Bei den gesetzlichen Recyclingquoten erfüllten die dualen Systeme fünf von acht Vorgaben. Die Quoten für Papier, Pappe und Karton (PPK), Kunststoffe, Aluminium sowie Eisenmetalle wurden erreicht oder übertroffen. Nicht erfüllt wurden erneut die Vorgabe für Glas, Getränkekartonverpackungen (69,5 Prozent) und sonstige Verbundverpackungen (61,5 Prozent). Nach Angaben der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister erfüllten im Bezugsjahr 2024 lediglich zwei der zehn dualen Systeme alle gesetzlichen Recyclingquoten mit Ausnahme der Glasquote. Ein System verfehlte zusätzlich die Vorgabe für Papier, Pappe und Karton (PPK). Bei Getränkekartonverpackungen sowie bei sonstigen Verbundverpackungen erreichten vier bzw. fünf Systeme die gesetzlichen Quotenvorgaben nicht. Verwertungs- und Recyclingquoten von über 100 Prozent bei Kunststoff- und Metallverpackungen wertet die ZSVR als Hinweis auf eine weiterhin bestehende Unterbeteiligung einzelner Verpackungen sowie auf sogenannte „intelligente Fehlwürfe“. Neuere Zahlen zur Beteiligungsquote liegen laut ZSVR-Vorstand Gunda Rachut nicht vor....




