Verbio meldet deutlichen Ergebnisrückgang

Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2024/25 (30. Juni) einen spürbaren Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, lag der Konzernumsatz mit rund 1,15 Mrd € um 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank im Vorjahresvergleich sogar um fast 73 Prozent auf 22,4 Mio €. Als Hauptursache für diese Entwicklung nennt Verbio vor allem hohe Anlaufkosten für internationale Wachstumsprojekte sowie veränderte regulatorische Rahmenbedingungen, insbesondere in den USA, die das Konzernergebnis belasteten.

Im Segment Biodiesel verzeichnete Verbio in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang um rund 18  Prozent auf rund 650 Mio €. Das Ebitda sank im gleichen Zeitraum um knapp 20 Prozent auf etwa 69 Mio €. Ursächlich dafür waren unter anderem reduzierte Produktionsmengen am kanadischen Standort Welland, bedingt durch die regulatorischen Veränderungen in den USA. Seit März bestehen dort jedoch wieder Ein- und Verkaufsverträge mit garantierten Bruttomargen, was zur Stabilisierung des Ergebnisses beiträgt, wie Verbio berichtet.

Im Segment Bioethanol/Biomethan wies Verbio zwar neue Produktionsrekorde aus, musste jedoch infolge ausbleibender Sondereffekte aus Warentermingeschäften und Belastungen durch das Biomethan- und THG-Quotengeschäft ein deutlich negatives Ebitda von fast minus 51 Mio € für die ersten neun Monate hinnehmen (Vorjahr: minus 7,4 Mio €).

Stabilisierung des Biokraftstoffmarkts in Deutschland erwartet

In Deutschland erwartet Verbio eine Stabilisierung des Biokraftstoffmarkts, insbesondere im Bereich der Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quoten). Die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung angekündigten Maßnahmen – darunter eine Erhöhung der THG-Quote, eine konsequentere Betrugsprävention sowie eine effektivere Kontrolle von Importen – werden vom Unternehmen als wichtige Schritte hin zu fairen Marktbedingungen bewertet. Vorstandschef Claus Sauter fordert in diesem Zusammenhang entschlossenes politisches Handeln, „um die unfairen und wettbewerbsverzerrenden, teilweise betrügerischen Marktverwerfungen für die Branche zu beenden“.

Für das Gesamtjahr 2024/25 konkretisiert das Unternehmen seine Ebitda-Erwartung auf das untere Ende eines mittleren zweistelligen Millionenbereichs. Im Fokus stehen laut Vorstand Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, eine stabilisierte Hochlaufphase der US-Anlage in Nevada sowie die Priorisierung werthaltiger Projekte.

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