Verbio erreicht gekapptes Jahresziel knapp

Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio hat sein Gewinnziel im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni) knapp erreicht. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 121,6 Mio €, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit lag das Ergebnis am unteren Ende des Zielkorridors, den Verbio im Januar auf 120 bis 150 Mio € gekappt hatte. Der operative Gewinn war damit nur rund halb so hoch wie im Vorjahr.

Als Ursache des starken Rückgangs nannte der Biokraftstoff-Hersteller neben den gesunkenen Quotenpreisen für Treibhausgase die Anlaufkosten für seine Wachstumsprojekte in den USA, die bisher nach Angaben des Unternehmens noch keine Früchte tragen. Zudem beklagte das Management erneut schwierige Marktbedingungen durch „massive, fragwürdige Importe fortschrittlichen Biodiesels aus Asien“.

Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1,66 Mrd €. Der Jahresüberschuss sackte von 132 Mio auf nur noch 20 Mio € ab.

Im laufenden Geschäftsjahr 2024/25 soll das Geschäft in den USA erstmals positiv zum operativen Ergebnis beitragen. Der Vorstand geht davon aus, im Geschäftsjahr 2024/25 ein EBITDA in der Größenordnung von 120 Mio bis 160 Mio € zu erzielen.

Verbio nahm auch Stellung zu den in Deutschland laufenden Verfahren wegen Betrugs mit Klimaschutzprojekten in China. Das Unternehmen beteilige sich an der „Initiative Klimabetrug Stoppen“ (IKS), heißt es in der Mitteilung. Hier engagieren sich Verbio gemeinsam mit mehr als 70 weiteren Partnern aktiv gegen gefälschte Klimaschutzprojekte und die dadurch verursachten Marktverwerfungen.

„Wir verbuchen es als Erfolg, dass der Deutsche Bundestag gemäß seiner Presseinformation vom 11. September 2024 reagieren will und die Rückabwicklung gefälschter Klimaschutzprojekte angekündigt hat“, sagt Claus Sauter, Vorstandsvorsitzender der Verbio SE. „Auch der Vorschlag aus dem BMUV vom 20. September 2024 zur Aussetzung der Quotenübertragung aus der Vergangenheit auf die Jahre 2025 und 2026 sollte den THG-Quotenmarkt in diesen Jahren stabilisieren.“ Beide Maßnahmen könnten jedoch nur ihre Wirkung entfalten, wenn Kontrollen stattfänden und ein Riegel vor das Umdeklarieren von Waren geschoben würde.

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