Veolia erteilt dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen eine klare Absage

Umweltkonzern will insbesondere die Pyrolyse nicht weiterverfolgen

Der Umweltkonzern Veolia sieht das chemische Recycling von Kunststoffabfällen sehr kritisch und wird insbesondere die Pyrolyse nicht weiterverfolgen. Das sagte Markus Binding von Veolia beim Kasseler Abfallforum in der vergangenen Woche. Veolia werde sich darauf beschränken, entsprechendes Inputmaterial aufzubereiten und zu liefern, den eigentlichen Pyrolyseprozess aber anderen überlassen. Binding ist bei Veolia Geschäftsführer für die EVA Verwaltungs GmbH. Das Joint Venture zwischen Veolia und dem Energiekonzern Leag soll ab 2025 am Kohlestandort Jänschwalde im Südosten Brandenburgs ein EBS-Kraftwerk mit einer Verbrennungskapazität von 480.000 Tonnen pro Jahr errichten.

Die chemische und petrochemische Industrie hat ein großes Problem. Die EU will bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden, Deutschland sogar schon ein paar Jahre früher – und ein Geschäftsmodell, das auf der Herstellung von Energieerzeugnissen und Kunststoffen aus fossilen Rohstoffen basiert, will da nicht mehr so recht reinpassen. Teile der Industrie suchen ihr Heil im chemischen Recycling und planen über die Welt verteilt Anlagen, meist zur Pyrolyse von Kunststoffabfällen – auch hierzulande räumen Marktteilnehmer wie der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF dem chemischen Recycling eine hohe strategische Bedeutung ein.

Es vergeht kaum eine Woche ohne ein neu angekündigtes Projekt, eine neue Kooperation oder ein neues „Memorandum of Understanding“. Entsorger rechnen damit, dass die chemische Industrie schon in wenigen Jahren ein bis zwei Millionen Tonnen Pyrolyseöl nachfragen könnte – zumindest, wenn die angekündigten Projekte tatsächlich in Betrieb gehen. Entsorgern und Anlagenbetreibern ist das neue Interesse an der Pyrolyse nicht verborgen geblieben – und größere Marktteilnehmer wie Remondis, EEW und neuerdings auch MVV halten sich einen Einstieg in das Geschäft mit dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen explizit offen. Weltmarktführer Veolia jedoch will die Pyrolyse nicht weiterverfolgen und nannte dafür in Kassel die Gründe....

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