
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die Abfallkonzepte großer deutscher Musikveranstaltungen kritisiert. Nach einer Umfrage unter zehn der größten Musikfestivals in Deutschland fordert sie mehr Mehrwegsysteme, bessere Mülltrennung sowie nachhaltigere Sanitärlösungen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
„Festivals sollen Spaß machen, aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden“, sagte die DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Viele Volksfeste und Großveranstaltungen zeigten, dass ein vollständiger Mehrwegeinsatz und konsequente Mülltrennung funktionierten.
In der DUH-Umfrage schneiden Rock am Ring und Rock im Park im Bereich Mehrweg für Getränke und Vermeidung von Einweg-Merch positiv ab. Bei Mehrweg für Speisen, Mülltrennung und Einsatz von Kompost-Toiletten gebe es aber Nachholbedarf, und bei Maßnahmen gegen Vermüllung landen die Zwillingsfestivals sogar im roten Bereich. Besonders negativ seien die Festivals Parookaville und Nature One aufgefallen, die überwiegend auf Einweg-Becher, Einweg-Flaschen und Getränkedosen setzen würden.
Rock am Ring betonte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, Nachhaltigkeit werde als „kontinuierlicher Prozess“ verstanden, bei dem insbesondere die Vermeidung von Abfällen und die Förderung von Recycling eine zentrale Rolle spielten. Man analysiere auch die gesamte Umweltwirkung der Veranstaltung. Die Abfallentsorgung habe 2025 weniger als fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen bei dem Festival ausgemacht.
Die DUH hatte die Festivals Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air zu ihrem Abfallmanagement befragt. (dpa/eigener Bericht)



