Umwelthilfe kritisiert Norma für Festhalten an Werbeprospekten

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert den Discounter Norma für dessen große Mengen an gedruckten Werbeprospekten. Aktuelle Marktdaten würden zeigen, dass Normas Werbeaufwendungen im letzten Jahr fast vollständig in Printprodukte flossen, anstatt in papierfreie digitale Angebotsinformation, erklärt die DUH. Dadurch würden unnötige Abfallmengen erzeugt und Ressourcen verschwendet.

Norma sollte daher, ebenso wie alle anderen großen Handelsunternehmen, aus der printbasierten Werbung aussteigen, fordert die Umwelthilfe. Mit digitalen Lösungen stünden umwelt- und verbraucherfreundlichere Alternativen zur Angebotsinformation zur Verfügung. Gegenüber der Politik erneuert die DUH ihre Forderung nach Einführung einer sogenannten Opt-in-Regelung. Verbraucher sollten gedruckte Werbeprospekte nur noch auf ausdrücklichen Wunsch erhalten. Außerdem plädiert die Umwelthilfe für die Einführung einer Umweltabgabe in Höhe von mindestens 20 Cent auf jede gedruckte Werbebroschüre, die als Postwurfsendung an Briefkästen verteilt wird. Die Abgabe sollte vom Handel als Auftraggeber der Werbebroschüre getragen werden.

„Noch immer sind deutsche Handelsunternehmen jährlich für bis zu 26 Milliarden unadressierte Werbeprospekte verantwortlich. Jetzt wissen wir: Auch der Discounter Norma fokussiert sich in seiner Angebotswerbung vor allem auf Druckerzeugnisse. Digitale Alternativen, die ohne den Verbrauch von Holz sowie den Transport von Werbematerial auf der Straße auskommen, spielen kaum eine Rolle. Dies ist angesichts der fortschreitenden Klimakrise und immer knapper werdender Ressourcen vollkommen aus der Zeit gefallen“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Rewe und Obi hätten gezeigt, dass es auch ohne Werbeflyer geht. „Selbst Aldi Süd probt regional den Ausstieg aus Werbeprospekten. Wir fordern Norma auf, endlich nachzuziehen und auf unnötige Werbebroschüren zu verzichten“, so Metz weiter. Auch die Deutsche Post hat den Versand ihres wöchentlichen Werbeprospekts bereits eingestellt.

„Umweltministerin Steffi Lemke darf nicht darauf warten, dass die Handelsunternehmen freiwillig aus der umweltschädlichen Print-Werbeflut aussteigen, weil es noch viel zu langsam vorangeht, wie das Beispiel Norma zeigt“, erklärt Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der DUH. Mit einer Opt-in-Regelung wie in Luxemburg könnten pro Jahr mehrere Milliarden Werbezettel und mehr als 400.000 Tonnen CO2 eingespart werden. „Andernfalls landen diese ungefragt in den Briefkästen von Bürgerinnen und Bürgern – und am Ende ungelesen im Papiermüll“, so Fischer.

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