
Die Deutsche Umwelthilfe bemängelt gravierende Defizite bei der Rücknahme schadstoffhaltiger Bauschaumdosen in Baumärkten. Testbesuche in elf Filialen von vier Baumarktketten in Berlin und Sachsen-Anhalt hätten gezeigt, dass Verbraucher häufig weder angemessen informiert noch bei der ordnungsgemäßen Entsorgung unterstützt werden, berichtet die DUH. Keine der getesteten Ketten erhielt eine gute Bewertung.
Besonders negativ fielen die Anbieter Jawoll und Tedox auf. Sie wurden von der DUH mit der schlechtesten Bewertung als „Servicewüste“ eingestuft. Laut Testbericht mangelte es dort nicht nur an Hinweisschildern zur Rücknahme, sondern auch an kompetenter Beratung. In einigen Fällen erhielten Kundinnen und Kunden sogar die falsche Auskunft, Bauschaumdosen könnten im Gelben Sack entsorgt werden.
B1 Discount Baumarkt und Hellweg schnitten mit jeweils drei Sternen mittelmäßig ab. Hier gaben die Mitarbeiter meist korrekte Auskünfte und die Rückgabe war problemlos möglich. In der getesteten Filiale von Hellweg war laut DUH auch die Informationslage besser. Dort seien Hinweise zur Rückgabe gut sichtbar gewesen, in allen anderen Märkten fehlten entsprechende Schilder oder waren kaum wahrnehmbar, kritisiert die Umwelthilfe.
Bauschaumdosen enthalten oft Rückstände von Isocyanaten wie MDI, die als gesundheitsschädlich und potenziell krebserregend gelten. Eine fachgerechte Rückgabe an ausgewiesene Stellen sei daher unerlässlich. Um dies zu gewährleisten, verpflichtet das Verpackungsgesetz den Handel zur deutlich sichtbaren Information über Rückgabestellen – eine Verpflichtung, die laut DUH häufig ignoriert wird.
„Wenn Baumärkte Umweltschutz ernst meinen, dann müssen sie auch die volle Verantwortung für die von ihnen in Verkehr gebrachten Produkte übernehmen – insbesondere dann, wenn diese Schadstoffe beinhalten“, betont DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Die Testbesuche hätten jedoch gezeigt, dass es beim Informationsangebot „gewaltig hapert“. Metz fordert die betroffenen Unternehmen auf, ihren Rücknahmeservice deutlich zu verbessern. Dazu zählten umfassende Informationen ebenso wie eine qualifizierte Beratung und ein verlässliches Entsorgungsangebot.
Fehlinformationen von vermeintlich geschultem Personal zum Umgang mit schadstoffhaltigen Produkten dürfe es nicht geben, so die DUH weiter. Im schlimmsten Fall führten falsche Auskünfte dazu, dass Kunden gefährliche Abfälle falsch oder gar nicht mehr entsorgten. Daher sollten Baumärkte stärker als bisher ihre Mitarbeiter schulen und die Beratungsqualität verbessern.



