TÜV-Rheinland: Neues Prüfverfahren für Recyclingkreisläufe im Elektronikbereich

Der TÜV Rheinland hat ein neues Verfahren zur Überprüfung von recycelten Materialien in geschlossenen Stoffkreisläufen von Elektronikgeräten eingeführt. Ziel sei es, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in den großen und komplexen Lieferketten der Elektronikindustrie zu erhöhen, teilte der Prüfdienstleister mit. Das Verfahren wurde speziell für die Anforderungen der Elektronikbranche entwickelt und orientiert sich an internationalen ISO- und EN-Standards.

Mit einem transparenten und nachvollziehbaren Rahmen sollen alle Stufen der Lieferkette abgedeckt werden – von der Sammlung der Abfälle bis hin zur Verwendung der recycelten Materialien in neuen Produkten. Nach Angaben der Prüforganisation soll ein geschlossener Recyclingkreislauf nicht nur die Ressourceneffizienz erhöhen, sondern auch technologische Fortschritte und eine höhere Präzision in der vorgelagerten Lieferkette ermöglichen.

Das neue Verfahren kam bereits in einem von TÜV Rheinland unterstützten Pilotprojekt zum Einsatz. Daran beteiligten sich mehrere spezialisierte Unternehmen entlang der Elektronik-Lieferkette. Das Kunststoffrecycling wurde vom chinesischen Unternehmen Guangdong Tpiplastic durchgeführt, das zerlegte, sortierte, zerkleinerte, gewaschene und regranulierte Materialien zu hochwertigen recycelten Kunststoffen verarbeitet. Die Demontage der elektronischen Bauteile übernahm die australische SPC E-Cycle, während der ebenfalls in Australien tätige Recycler Mint Innovation die darin enthaltenen Leiterplatten mit einer eigenen umweltschonenden Technologie in einem geschlossenen Kreislauf zu recyceltem Kupfer verarbeitete. Dieses wurde anschließend vom chinesischen Kupferproduzenten Ningbo Jintian Copper zu Kupferbändern weiterveredelt und der nachgelagerten Produktion zugeführt. Die so gewonnenen Materialien werden laut TÜV Rheinland bereits in neuen Komponenten eingesetzt.

Audits hätten bestätigt, dass die recycelten Kunststoffe ABS und PMMA sowie Gummi und Kupfer durchgängig die geforderten Standards in Bezug auf Rückverfolgbarkeit und Materialqualität erfüllten, berichtet die Prüforganisation weiter. „Dieses Pilotprojekt verbessert nicht nur das Management von recycelten Materialien innerhalb der Lieferkette, sondern unterstützt auch die breitere Einführung von recycelten Rohstoffen in der Industrie und beschleunigt den Fortschritt hin zu einer Kreislaufwirtschaft“, erklärte Ryan Hsiang, stellvertretender Geschäftsführer People & Business Assurance bei TÜV Rheinland Taiwan. 

 

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