Thementisch Zirkuläres Bauen NRW positioniert sich zur Landeskreislaufwirtschaftsstrategie

Der Thementisch Zirkuläres Bauen NRW, ein Netzwerk von Stakeholdern entlang der Wertschöpfungskette Bauen, hat eine Stellungnahme zur geplanten Landeskreislaufwirtschaftsstrategie (LKWS) Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Das Dokument bündelt Ergebnisse und Empfehlungen aus dem jüngsten Austausch von Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung und wurde an die zuständigen Landesministerien sowie an die Plattform NRW.Energy4Climate übermittelt.

Nach Einschätzung des Recyclingverbands bvse sieht die Branche politischen Fortschritt, fordert jedoch konkrete Maßnahmen. „NRW hat den Willen, die Kreislaufwirtschaft und insbesondere das Zirkuläre Bauen entscheidend voranzubringen“, erklärte Stefan Schmidmeyer, Geschäftsführer des bvse-Fachverbands Mineralik – Recycling und Verwertung. Die vom Thementisch Ende September diskutierten konstruktiven und praxisorientierten Vorschläge müssten nun zeitnah umgesetzt werden. Als Beispiel nannte Schmidmeyer verbindliche zirkuläre Kriterien in Ausschreibungen, insbesondere für öffentliche Bauvorhaben.

Der Thementisch Zirkuläres Bauen hebt in seiner Stellungnahme zur geplanten LKWS die Bedeutung des Bausektors hervor. Dieser verursache die größten Abfallmengen und rund 30 Prozent der Treibhausgasemissionen. Entsprechend zentrale Empfehlungen des Thementischs sind eine erleichterte Wiederverwendung von Bauteilen, die Anerkennung qualitätsgesicherter Recyclingbaustoffe als Produkte sowie verbindliche Vorgaben für eine nachhaltige und kreislaufgerechte öffentliche Beschaffung. Gefordert werden unter anderem Mindestquoten für kreislauffähige Baustofflösungen sowie eine rechtlich verbindliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten.

Weitere Vorschläge betreffen vereinfachte Genehmigungsverfahren sowie finanzielle Anreize, etwa über Steuervergünstigungen sowie die Anpassung der Honorarordnung für Planungsleistungen. Zudem spricht sich das Netzwerk für ein umfassendes Monitoring der regionalen Entsorgungswege mineralischer und nicht mineralischer Baustoffe aus und plädiert für den Aufbau eines landesweiten Gebäudematerialkatasters.

Mit dem Ziel, Deponieraum zu schonen, sollte nach Ansicht des Netzwerks zudem die wirtschaftliche Zumutbarkeit einer Verwertung entsprechend angepasst werden. Eine Deponieabgabe könne hierbei ein Steuerungsinstrument sein, um die Hürde für eine Beseitigung zu erhöhen, heißt es in der Stellungnahme.

Die Stellungnahme des Thementisch Zirkuläres Bauen ist hier abrufbar.

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