Rund vier Monate nach dem ersten Aufschlag hat der Gesamtverband Textil+Mode sein Konzept zur nationalen Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien überarbeitet. Kernforderung bleibt eine „weitgehend eigenverantwortliche, industriegetragene Umsetzung“ durch eine Gemeinsame Herstellerstelle (GHS) sowie wettbewerblich agierende Producer Responsibility Organisations (PRO). Zugleich öffnet der Verband das Modell für alternative Verwaltungswege bei der Registrierung und warnt schärfer als bisher vor einer deutschen Übererfüllung der EU-Mindestanforderungen.
Sogenanntes „Gold Plating“, das über die Vorgaben der europäischen Abfallrahmenrichtlinie hinausgeht, sei „zwingend zu vermeiden“, um eine bürokratiearme und kosteneffiziente Regelung zu schaffen und den EU-Binnenmarkt nicht zu beeinträchtigen. So lehnt Textil+Mode unter anderem aufgeblähte Meldeapparate ab. Konkret beschrieben wird etwa die Gefahr „doppelter Buchführung“: „Eine parallele Erfassung von Inverkehrbringungs- und Rücknahmemengen durch PRO und Behörden darf nicht stattfinden“, lautet die Forderung. Solche Strukturen hätten in anderen Bereichen der EPR bereits zu erheblichem, fehleranfälligem Verwaltungsaufwand geführt. ...




