Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) warnt vor einer herstellerdominierten Neuordnung des Alttextilmarkts bei der Ausgestaltung des künftigen Textilgesetzes. In einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD), das auch ans Wirtschaftsministerium sowie an Vertreter der Bundestagsfraktionen von SPD, CDU/CSU und Grünen ging, wendet sich der Verband gegen die von einigen Akteuren favorisierte Systemarchitektur der künftigen erweiterten Herstellerverantwortung (EPR): „Das geplante Modell bevorzugt öffentliche und gemeinnützige Akteure, schwächt bestehende private Strukturen und könnte zu Wettbewerbsverzerrungen sowie einer Zentralisierung des Marktes führen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.
Der bvse verweist darauf, dass die Sammel-, Sortier- und Verwertungssysteme im Alttextilbereich wesentlich von mittelständischen Unternehmen betrieben würden. Diese hätten über Jahre in hochwertige Prozesse investiert, Arbeitsplätze gesichert und maßgeblich zu Kreislaufzielen wie Ressourcenschonung und Wiederverwendung beigetragen. Dem Eindruck, Kommunen und Karitative seien die Hauptträger, widerspricht der Verband ausdrücklich. Das Ende März vorgelegte Eckpunktepapier des Bundesumweltministeriums (BMUKN) ignoriere die gewachsenen Strukturen weitgehend, entwerte sie und ersetze sie faktisch durch ein zentral gesteuertes System unter Kontrolle der Organisationen für Herstellerverantwortung (OfH). Das sei gerade nicht im Sinne der EU-Abfallrahmenrichtlinie, die Bestandsstrukturen ausdrücklich in das neue System eingebunden sehen wolle....




