Studie: Textilrecycling mit fehlenden Kapazitäten, steigenden Mengen und sinkender Qualität konfrontiert

Öko-Institut und NABU fordern Ausbau von Faser-zu-Faser-Verfahren

Nur 26 Prozent der gesammelten Altkleider in Deutschland werden recycelt – und der Großteil davon endet als Putzlappen oder Dämmmaterial, heißt es in einer aktuellen Studie des Öko-Instituts. Hochwertiges Faser-zu-Faser-Recycling, bei dem spinnbare Fasern aus Gebrauchtware entstehen, gelingt dagegen europaweit bei verschwindend geringen fünf Prozent der Sammelmenge. Die im Auftrag des NABU erstellte Untersuchung zeigt hier enormes ungenutztes Potenzial auf – insbesondere vor dem Hintergrund, dass durch die Getrennterfassungspflicht ab 2025 ein EU-weiter Anstieg gesammelter Textilien von ca. 2,7 Mio Tonnen auf 4,7 Mio Tonnen pro Jahr zu erwarten sei.

Als zukunftsweisendes, aber noch wenig ausgereiftes Faser-zu-Faser-Verfahren wird die Depolymerisierung beschrieben, bei der zum Beispiel Polyester, Nylon oder Cellulose chemisch in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden. Die Weiterentwicklung dieser Technologie müsse besonders unterstützt werden, fordert Umweltwissenschaftlerin Clara Löw vom Öko-Institut. Aber auch Innovationen im Bereich der Sortierung sowie gesetzliche Vorgaben und Anreize zur Erhöhung des Rezyklateinsatzes sind der Studie zufolge dringend notwendig.

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