Studie: EU-Kreislaufwirtschaftsgesetze verändern weltweiten Kunststoffmarkt

Starke Nachfrage nach Rezyklaten und Anpassungsdruck für China erwartet

Die Umsetzung der EU-Gesetzgebung für Kreislaufwirtschaft wird nach einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens ICIS und der China Petroleum and Chemical Industry Federation (CPCIF) zu einem bestimmenden Faktor für die weltweite Kunststoffindustrie. Der Bericht analysiert die Auswirkungen der EU-Vorgaben auf den Bedarf an recycelten Kunststoffen sowie auf die Wertschöpfungsketten in Europa und China mit Schwerpunkt auf den Bereichen Verpackungen und Automobil.

„Diese Studie zeigt, dass das EU-Recht zur Kreislaufwirtschaft längst keine regionale Umweltpolitik mehr ist, sondern sich zu einer globalen Marktkraft entwickelt, die industrielle Strategien und Lieferketten weltweit prägt“, sagte Helen McGeough, Global Analyst Team Lead für Kunststoffrecycling bei ICIS. „Eine vorausschauende Reaktion Chinas könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen, um die Kluft zwischen nationalen und internationalen Standards zu verringern und den globalen Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.“

Zentraler Treiber ist die EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die seit Februar 2025 in Kraft ist. Sie schreibt vor, dass ab 2030 alle Verpackungen in der EU recycelbar oder wiederverwendbar sein müssen. Gleichzeitig gelten verbindliche Mindestrezyklatanteile, die 2040 weiter ansteigen. Für Kunststoffverpackungen betragen sie je nach Produktgruppe zwischen 10 und 35 Prozent ab dem Jahr 2030 und zwischen 25 und 65 Prozent ab dem Jahr 2040.

Die Studie geht davon aus, dass europäische Hersteller im Jahr 2030 rund 5,4 Mio Tonnen an recyceltem Polyethylen (rPE), Polypropylen (rPP) und Polyethylenterephthalat (rPET) benötigen werden, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Im Jahr 2040 dürfte der Bedarf auf 11,5 Mio Tonnen jährlich steigen. Nach Einschätzung von ICIS wird damit das Angebot an Recyclingkunststoffen die Nachfrage auf längere Sicht nicht decken können....

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