Der Aluminiumrecycler Speira hat am Standort Hamburg einen neuen Schmelzofen in Betrieb genommen und dafür 6,4 Mio € investiert. Der als „Ofen 6“ bezeichnete Neubau ersetzt ein Modell aus den 1970er Jahren und steigert die Produktionskapazität um 7.500 Tonnen Aluminium pro Jahr. „Dieser neue Ofen ist für uns von großer Bedeutung. Er steigert die Leistung und den Output der Gießerei in Hamburg und unterstützt uns dabei, die Metallströme und Recyclingmöglichkeiten bei Speira zu optimieren,“ erklärte Alexander Dörsel, Leiter der Business Unit Specialties.
Wie Speira erläutert, erreicht der Ofen eine Schmelzkapazität von 60 Tonnen pro Charge und verbessert die Energieeffizienz dank moderner Brennertechnologie und elektromagnetischem Rührer um 15 Prozent. Die Maßnahmen bewirkten zudem eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen. Danny Kelm, seit Oktober neuer Werkleiter in Hamburg, betonte: „Mit der Einführung modernster Prozesskontrolle und nochmal verbesserter Energieeffizienz setzen wir neue Maßstäbe für unsere Kunden. Das ist auch ein tolles Signal für die Kolleginnen und Kollegen und mithin für Speiras Zukunft in Hamburg.“
Eine weitere Besonderheit sei die Integration modernster Industrie-4.0-Technologien. Innovative Sensor- und Kameratechnik sowie künstliche Intelligenz schaffen künftig Echtzeiteinblicke in alle Ofenprozesse. Damit werde der Ofen 6 zum ersten volltransparenten „gläsernen“ Ofen des Unternehmens. Die so gewonnenen Daten ermöglichen laut Speira eine stetige Optimierung der Fahrweise und der Brennersteuerung, jeweils angepasst an den eingesetzten Mix aus Schrotten und Primärmetall. Aus der ständigen Überwachung der Schmelze und unterstützt von Künstlicher Intelligenz werden so dem Operator die idealen Zeitpunkte zum Beispiel für die Auflegierung oder das Abkrätzen vorgegeben. Die gemessenen Parameter erlaubten außerdem eine verschleißärmere Nutzung der hydraulischen Komponenten sowie eine zielgenaue „predictive maintenance“. Dies bedeute geringere Stillstandszeiten und eine nochmal verbesserte Anlageneffizienz.
Speira setzt damit den Modernisierungskurs seiner deutschen Standorte fort. Auch in seinen Werken in Töging und am Firmensitz in Grevenbroich errichtet das Unternehmen derzeit insgesamt vier neue Recyclingöfen. Des Weiteren läuft ein Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung eines neuen Schmelzofens am Rheinwerk in Neuss.




