
Solar Materials baut sein Angebot im Recycling ausgedienter Photovoltaikmodule weiter aus. Das Magdeburger Start-up hat seine jährliche Verarbeitungskapazität auf 14.000 Tonnen erhöht und setzt zugleich auf ein modular ausgelegtes Anlagenkonzept, das eine flexible Expansion in europäische Märkte ermöglichen soll. Das Unternehmen reagiert damit nach eigenen Angaben auf die wachsende Nachfrage nach Lösungen für Altmodule und den steigenden Bedarf an der Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Silizium und Silber.
Bereits im Frühjahr hatte Solar Materials in Magdeburg seine erste vollautomatische industrielle Recyclinglinie mit einer Kapazität von bis zu 10.000 Tonnen in Betrieb genommen. Das patentierte Verfahren des 2021 gegründeten Unternehmens ermöglicht die nahezu vollständige Rückgewinnung aller Bestandteile, darunter Silber, Silizium, Aluminium, Glas, Kupfer und Kunststoffe. Nach Unternehmensangaben werden 98 Prozent des Modulgewichts verwertet, was im Vergleich zur Primärproduktion den Energiebedarf um bis zu 80 Prozent senkt. Zuvor war das Verfahren in einer Pilotanlage mit 3.000 Tonnen Jahreskapazität getestet worden.
Mit dem jetzt vorgestellten modularen Konzept will Solar Materials die Expansion in Europa beschleunigen. Die Anlage besteht aus Modulen, die binnen weniger Wochen an neue Standorte gebracht werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei Deutschland, weitere europäische Kernmärkte sowie Großbritannien. „Unsere Technologie ist bereit für den europäischen Markt. Wir können unsere Recyclinglinie zu neuen Standorten verlagern und genau dort Infrastruktur aufbauen, wo End-of-Life-Module anfallen“, sagt Geschäftsführer Jan-Philipp Mai laut Mitteilung.
Die beim Recycling wiedergewonnenen Materialien sollen in europäische Wertschöpfungsketten zurückfließen. Durch die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe wie Silizium und Silber trage man zur Versorgungssicherheit und zur Stärkung der Energie- und Ressourcenunabhängigkeit Europas bei, betont Solar Materials.
Das Unternehmen wurde laut früheren Mitteilungen überwiegend durch Risikokapitalfonds der IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH finanziert und erhielt zusätzliche Investitionen von First Imagine und Katapult. Hinzu kamen mehr als 6,5 Mio. € an Fördermitteln, unter anderem aus dem EIC-Accelerator-Programm der EU. Für 2026 plant Solar Materials eine weitere deutliche Ausweitung der Kapazitäten sowie zusätzliche Standorte im Ausland.



