Self-Service an Recyclingstation in Essen: EBE ziehen positives Zwischenfazit

Gut einen Monat nach Einführung eines Self-Service-Angebots an einer Essener Recyclingstation haben die Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) eine positive Zwischenbilanz gezogen. Über 1.130 Bürger hätten sich bislang für diesen Service registriert, sagte EBE-Geschäftsführer Ulrich W. Husemann. „Das übertrifft unsere Erwartungen deutlich.“

Seit Anfang September können Nutzer mit der vom EBE-Mitgesellschafter Remondis entwickelten App „Maex“ das Tor der Station an der Langenbergerstraße selbstständig öffnen und Wertstoffe abgeben. Hierzu muss die App auf das Smartphone geladen und nach der Registrierung ein Termin gebucht werden, zu dem der Zugang zur Station freigeschaltet wird. Grundsätzlich ist der Self-Service unter der Woche bis 22 Uhr und samstags bis 18 Uhr möglich. Das Angebot ist kostenfrei und kann pro Tag von bis zu 42 Personen genutzt werden.

454 Termine über Maex-App gebucht

Im ersten Monat seien 454 Termine über die App gebucht worden, so Husemann. Das mache den Wertstoffhof aus dem Stand zur meistfrequentierten Self-Service-Recyclingstation bundesweit. Gemeinsam mit ihrem Partner Remondis Digital Services sind die EBE mit dem Projekt nach eigener Darstellung die ersten Entsorger im gesamten Ruhrgebiet und die ersten in einer nordrhein-westfälischen Großstadt.

„Wir hatten schon damit gerechnet, dass die App gut angenommen wird, weil sie einen echten Mehrwert vor allem für Berufstätige bietet, die jetzt flexibler und unabhängig von den regulären Öffnungszeiten ihre Wertstoffe abgeben können“, erklärte EBE-Geschäftsführer Karsten Woidtke. Dass der Self-Service so erfolgreich laufe, sei jedoch überraschend und besonders erfreulich.

Montag und Samstag am stärksten frequentiert

Die meistfrequentierten Tage sind laut EBE der Montag und der Samstag. Fast 70 Prozent der abgegebenen Abfallfraktionen seien Grünschnitt – gefolgt von Altpapier, Pappe und Kartons (17 Prozent), Hartkunststoffen wie Wäschekörben, Bobbycars oder Gartenmöbeln (sieben Prozent) und schließlich Altmetall/Eisenschrott.

Die in der Maex-App ebenfalls angebotene Service-Hotline wurde trotz des für Essen komplett neuen Systems kaum benötigt, berichteten die EBE weiter. In allen Fällen konnten die Fragen am Telefon geklärt werden. „Nahezu alle Nutzer der Hotline haben sich sehr positiv über den Self-Service geäußert. Auch in unseren Social-Media-Kanälen und per E-Mail haben wir viel positives Feedback zu unserem innovativen Angebot erhalten“, sagte Husemann.

Abgabe von E-Schrott und Batterien im Self-Service nicht möglich

Die korrekte Nutzung des Zusatzangebots sei ausgesprochen wichtig, erklärte Woidtke. Zwar sei das Gelände videoüberwacht, und bei der Anmeldung hinterlegten die Nutzer ihre Daten. „Uns ist aber wichtig, dass nicht mehr als haushaltsübliche Mengen und wirklich nur Grünabfälle, Altpapier und Pappe, Altmetall und Eisenschrott sowie Hartkunststoffe wie Wäschekörbe, Gartenmöbel oder Balkonkästen abgegeben werden“, betonte der EBE-Geschäftsführer. Kleine Elektrogeräte oder Batterien beispielsweise dürften weiterhin nur zu den regulären Öffnungszeiten abgegeben werden.

Die EBE prüfen noch bis Ende Februar 2025, ob die zur Einführungsphase angebotenen Zeiten passen und ob die App zukünftig auch an anderen Essener Recyclinghöfen oder -stationen eingesetzt werden kann. Der erste Self-Service an einem Wertstoffhof ist im September 2022 in Coesfeld an den Start gegangen. Seitdem sind einige weitere digitale Wertstoffhöfe bundesweit dazugekommen, unter anderem in Freiburg, Frankfurt am Main und nun auch in Essen.

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