Schrottverbrauch deutscher Stahlwerke auf Tiefpunkt

Die deutschen Stahlwerke haben 2025 deutlich weniger Stahlschrott in ihrer Produktion eingesetzt. Laut heute auf der IFAT vorgestellten Schätzungen der Recyclingverbände BDSV und bvse verringerte sich der Schrottverbrauch für die Rohstahlproduktion im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 15,7 Mio. Tonnen. Dies ist der tiefste Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009.

Auch der Schrotteinsatz in den Gießereien ist erneut stark gesunken. Verbandsschätzungen zufolge wurden zur Herstellung von Eisen-, Stahl- und Temperguss etwa 3,4 Mio. Tonnen Schrott und damit knapp acht Prozent weniger verbraucht als 2024. Seit Erhebungsbeginn der Stahlrecyclingbilanz im Jahr 1980 war der Schrottverbrauch der Gießereien nie geringer.

Der rückläufige Schrotteinsatz korrespondiert mit rückläufigen Produktionszahlen der deutschen Stahlindustrie. Mit 34,1 Mio. Tonnen wurden 2025 ca. neun Prozent weniger Rohstahl erzeugt als im Jahr zuvor. Der Output von Eisen-, Stahl- und Temperguss verringerte sich ebenfalls deutlich um acht Prozent auf 2,4 Mio. Tonnen.

Die Schwäche der Stahlmärkte und der damit verbundene rückläufige Schrottbedarf der hiesigen Stahlhersteller blieb nicht ohne Folgen für die Stahlrecyclingindustrie: Die Schrottzukäufe der deutschen Werke nahmen laut BDSV und bvse gegenüber dem Vorjahr um rund 670.000 Tonnen bzw. fünf Prozent auf 12,0 Mio. Tonnen ab. Der Zukauf der Gießereien sank um zwölf Prozent auf 2,1 Mio. Tonnen.

Die schwache Inlandsnachfrage nach Schrott hatte wiederum „zwangsläufig“ Folgen auf die Außenhandelsstatistik, wie die Recyclingverbände weiter erklären. So gingen die deutschen Schrottimporte 2025 um neun Prozent auf 7,7 Mio. Tonnen zurück, während das Exportvolumen um fünf Prozent auf 7,7 Mio. Tonnen anstieg. Daraus errechnet sich ein Netto-Exportüberschuss von 3,7 Mio. Tonnen. Laut BDSV und bvse verdeutlicht dies, dass für die mittelständische Recyclingwirtschaft der Zugang zu internationalen Märkten ein unverzichtbares Ventil bleibe. Nur so könnten die Sammel- und Aufbereitungsstrukturen in Deutschland auch bei schwächelnder heimischer Abnahme aufrechterhalten werden.

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