Schneider gehen geplante EU-Vorgaben für Textilien „noch nicht weit genug“

Hersteller fordern Kernrolle im EPR-System und warnen vor Datenlast

„Die Zeit drängt, denn die Verwerfungen auf dem Alttextilmarkt haben nicht nur erste, sondern schon ernsthafte Auswirkungen“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am vergangenen Donnerstag bei einem Stakeholder-Dialog in Berlin. Er warb für eine rege Beteiligung an der Diskussion seines Ende März veröffentlichten Eckpunkte-Papiers für ein Textilgesetz – und setzte zugleich einen Akzent, der über das Papier hinausweist: Die auf EU-Ebene im Rahmen der Ökodesignverordnung diskutierten Informationspflichten für Textilien gehen Schneider „noch nicht weit genug“; er wolle sich für verbindliche Mindestanforderungen etwa für Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit starkmachen. 

Bei der Konferenz auf dem Berliner Campus des Europäischen Energieforums (EUREF) kamen rund 150 Vertreter aus Wirtschaft und Politik zusammen, um über Chancen und Hürden des Eckpunktpapiers zu beraten. Eingeladen hatten erneut der Gesamtverband Textil+Mode und das Rücknahmesystem GRS PRO Textil. Ihr gemeinsamer Apell: „Hersteller müssen Kern des Systems“ sein, damit die künftige EPR (Erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien) über eine reine Sammel- und Finanzierungslogik hinausgehen und zu einer echten Kreislaufwirtschaft führen könne.

Minister Schneider betonte in seiner Rede, dass die rasant zunehmende Fast Fashion das bisherige System an seine Grenzen bringe. „Nach viel zu kurzer Zeit entstehen enorme Mengen an Abfall. Das wollen wir besser machen.“ Die EU habe mit der Änderung der Abfallrahmenrichtlinie im vergangenen Jahr erste Weichen gestellt. Die Umsetzung in nationales Recht habe nun Priorität für diese Legislatur und solle möglichst bürokratiearm erfolgen. „Ich möchte, dass in erster Linie effiziente Sammel- und Verwaltungsstrukturen genutzt und weiterentwickelt werden“, so Schneider. „Wir haben dabei gute Ausgangspositionen hier in Deutschland. Es gibt ein bewährtes, flächendeckendes System für Alttextilien. Meistens ist das in der Regie der Kommunen und der sozialen Unternehmen.“ 

Den kompletten Bericht über Schneiders Vorstoß für strengere Vorgaben beim Textildesign und die Forderungen aus Opposition und Industrie zur Herstellerrolle und Ausgestaltung des künftigen EPR-Systems lesen Abonnenten unseres Premium-Angebots hier...

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