Bei der Saria-Gruppe stehen zum 1. Juli Veränderungen im Vorstand an. Wie das auf die Behandlung und Verwertung organischer Reststoffe spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Selm mitteilte, werden Lars Krause-Kjær und Nicolas Rottmann zum 30. Juni aus dem Executive Board ausscheiden. Das Gremium besteht ab Juli aus den beiden Co-CEOs Tim Schwencke und Harald van Boxtel sowie Finanzvorstand Egbert Bernsmeister.
Krause-Kjær bleibt dem Unternehmen den Angaben zufolge in anderer Funktion verbunden. Er wird ab Juli als Managing Director bei Saria International tätig sein, weiterhin dem Führungsteam der Sparte Ingredients & Energy angehören und die Aktivitäten in Skandinavien und Großbritannien sowie die Bereiche Global Expansion und International Relations verantworten. Krause-Kjær war 2012 im Zuge des Joint Ventures mit der dänischen Daka Group zu Saria gekommen, deren Geschäftsführer er zuvor war. Im Mai 2015 wurde er in den Saria-Vorstand berufen. Dort verantwortete er zunächst die Regionen Nordeuropa sowie Mittel- und Osteuropa, die Biodiesel-Einheit Ecomotion und im Laufe der Zeit weitere strategische Bereiche.
Auch Rottmann wird Ende Juni aus dem Vorstand ausscheiden. Er war den Angaben zufolge zunächst 2003 zu Saria gekommen und wechselte später in Geschäftsführungsfunktionen bei mehreren Tochtergesellschaften der Rhenus-Gruppe, die wie Saria zum Rethmann-Konzern gehört. Im Januar 2020 kehrte Rottmann als Vorstandsmitglied zu Saria zurück. Zu seinen Aufgaben zählte die Verantwortung für den Geschäftsbereich Biofuels und das Joint Venture mit dem französischen Energieunternehmen Total Energies zur Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF).
Das SAF-Projekt mit Total Energies wird Rottmann laut Mitteilung noch bis Dezember weiterführen und sich dabei insbesondere auf den Bau der Raffinerie in Grandpuits konzentrieren, um den geplanten Produktionshochlauf für nachhaltigen Flugkraftstoff im Herbst sicherzustellen. Laut Saria ist die Partnerschaft mit Total Energies die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Gruppe und ein zentraler Baustein für den weiteren Ausbau der eigenen Wertschöpfungskette.
Saria ist auf die Verwertung von Produkten tierischen Ursprungs sowie anderer organischer Materialien zu Inhaltsstoffen für die Lebensmittel-, Futtermittel-, Heimtiernahrungs-, Pharma- und Energiebranche ausgerichtet. Wie die Saria-Gruppe in ihrem Anfang der Woche veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht mitteilte, erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2025 einen im Vorjahresvergleich unveränderten Umsatz von 3,3 Mrd. €. Die Beschäftigtenzahl blieb mit rund 12.500 Mitarbeitenden an mehr als 200 Standorten in 26 Ländern ebenfalls auf Vorjahresniveau.




