
Der Rücktransport von illegal in Tschechien entsorgten Abfällen steht vor dem Abschluss. „Die letzten Abfallfraktionen sind bereits transportbereit verpackt“, teilte eine Sprecherin der Regierung der Oberpfalz mit. „Der Standort Jiříkov ist bis zum Ende der Woche geräumt.“
Insgesamt musste der Freistaat Bayern rund 300 Tonnen Müll aus Jiříkov und dem Ort Horní Heršpice in der Nähe von Brünn zurückholen, die ein Oberpfälzer Unternehmen dort ohne Genehmigung abgeladen haben soll. Die Rückholaktion hatte am 8. September begonnen.
Abfälle aus glas- bzw. carbonfaserverstärktem Kunststoff (GfK/CfK) machten mit rund 260 Tonnen den Hauptanteil des Mülls aus. Die übrigen 40 Tonnen bestanden aus Verbundwerkstoffen sowie aus Teilen von Lithium-Ionen-Batterien. Die GfK-/CfK-Abfälle sind laut Behörden bis zu ihrer endgültigen Entsorgung in Hof zwischengelagert.
Die ersten illegalen Lieferungen waren im Dezember 2024 in Jiříkov abgekippt worden. Weitere Lkw konnten im Januar vor dem Abladen gestoppt werden. Die Lieferungen waren fälschlich als grün gelistete Kunststoffabfälle (EU3011) deklariert worden. Im Zuge der Ermittlungen fanden die Behörden Hinweise auf weitere mutmaßlich illegale Abfalltransporte des deutschen Exporteurs zu dem zweiten Standort bei Brünn.
Weil das Abfallunternehmen aus der Oberpfalz den Müll nicht zurückgeholt hatte, übernahm der Freistaat den Transport. Die Kosten ließen sich noch nicht beziffern, teilte die Sprecherin mit. Die Staatsanwaltschaft Weiden ermittelt gegen die inzwischen insolvente Entsorgungsfirma. (dpa/eigener Bericht)


