Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) will ihre Mineralstoffdeponie der Klasse II im Entsorgungs- und Verwertungspark Sankt Augustin erweitern. Der kommunale Entsorger hat hierzu bei der Bezirksregierung Köln einen Antrag auf Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens gestellt. Geplant ist eine Volumenerweiterung um 487.000 Kubikmeter. Der Kapazitätsausbau bedeute eine aufkommensnahe und damit klimaschonende Entsorgungsmöglichkeit für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis und stelle die in der Landesabfallplanung angestrebte Entsorgungsautarkie sicher. Zudem bestehe weiterhin die Möglichkeit, auch Entsorgungssicherheit für Abfälle der niedrigeren Deponieklassen abzubilden, begründet die RSAG das Vorhaben.
Wie in den Antragsunterlagen dargelegt, umfasst der Entsorgungsraum der RSAG den gesamten Rhein-Sieg-Kreis inklusive der Kreisstadt Siegburg mit insgesamt 19 Städten und Gemeinden und mit über 600.000 Einwohnern. Zudem werden Abfälle aus benachbarten Gebietskörperschaften angenommen. Zwischen 2015 und 2020 wurden auf der Deponie Sankt Augustin durchschnittlich pro Jahr rund 37.000 Tonnen Abfälle abgelagert, davon anteilig knapp acht Prozent Asbest und Dämmstoffe.
Mit Stand April 2020 verfügte die Deponie Sankt Augustin allerdings nur noch über ein Restvolumen von knapp 22.000 Kubikmetern. Sie ist zudem die einzige Deponie der Klassen I oder II im Rhein-Sieg-Kreis. Und auch die im Kreis privatwirtschaftlich betriebene Mineralplus-Deponie der Klasse DK III in Troisdorf soll Ende 2026 geschlossen werden, unterstreicht die RSAG den Bedarf für die angestrebte Deponieerweiterung. Damit wäre der kommunale Entsorger in der Lage, auch zukünftig die im Entsorgungsgebiet anfallenden Mineralabfälle wirtschaftlich und ökologisch verträglich abzulagern. Es werde längerfristige Entsorgungssicherheit geschaffen, ohne einen neuen Deponiestandort kosten- und eingriffsintensive erschließen zu müssen.
Konkret plant die RSAG eine Deponieerweiterung in zwei Teilabschnitten. Der östliche, zuerst zu bauende Abschnitt biete ein Nettoverfüllvolumen von 226.000 Kubikmetern, der westliche Teil von 261.000 Kubikmetern. Insgesamt könnten durch die Erweiterung zusätzlich rund 779.000 Tonnen Abfall abgelagert werden, heißt es in den Antragsunterlagen. Abhängig von den jährlichen Anlieferungsmengen, die RSAG rechnet mit 30.000 bis 50.000 Jahrestonnen, wird eine Laufzeit von 16 bis 26 Jahren prognostiziert. Die Kosten der Deponieerweiterung werden mit 18,8 Mio € netto veranschlagt.
Die Antragsunterlagen sind hier abrufbar. Einwendungen sind bis zum 10. Januar möglich.



