Rohstoffwerk von Nehlsen und Dettmer erhält kartellrechtliche Freigabe

Das Bundeskartellamt hat gestern grünes Licht für das Gemeinschaftsunternehmen der Bremer Nehlsen AG und der ebenfalls in Bremen ansässigen Dettmer Group zur Errichtung eines neuen Sekundärrohstoffzentrums gegeben. Mit der Freigabe ist nun der Weg frei für die Umsetzung des Projekts „Rohstoffwerk Weser“ (RWW), das ab Ende 2025 im Bremer Hafen in Betrieb gehen soll.

Wie berichtet, wollen Nehlsen und Dettmer im RWW jährlich rund 350.000 Tonnen Abfälle aus Industrie, Gewerbe und Haushalten verarbeiten. Ziel sei es, möglichst viele Wertstoffe stofflich zu recyceln und nicht verwertbare Reste zu Ersatzbrennstoffen aufzubereiten. Herzstück der Anlage ist eine nach dem Konzept „SRF 4.0“ (Solid Recovered Fuel) entwickelte Aufbereitungsanlage, die mit verschiedenen Sortiertechniken und KI-Unterstützung eine maximale Rückgewinnung verwertbarer Materialien wie Eisen- und Nichteisenmetalle sowie Kunststoffe ermöglichen soll.

Neben der Abfallverwertung und Rohstoffgewinnung versprechen sich die Partner auch Impulse für den regionalen Arbeitsmarkt: Rund 30 neue Arbeitsplätze sollen direkt am Standort entstehen, weitere durch Synergien in den beteiligten Unternehmensstrukturen. Die günstige Lage im Bremer Hafengebiet mit Zugängen über Schiff, Schiene und Straße gilt als zentraler logistischer Vorteil.

Das Projekt RWW wird im Rahmen des EU-LIFE-Programms gefördert und gilt als Pilot für die Einführung der SRF-4.0-Technologie. In den kommenden Jahren sind laut EU-Kommission neun weitere Anlagen geplant – darunter sowohl Neubauten als auch Nachrüstungen in mehreren europäischen Ländern.

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