Rethmann-Tochter BLC eröffnet vollautomatische Tiefenentladungsanlage für Batterien in Magdeburg

BLC  The Battery Lifecycle Company GmbH hat letzte Woche ihren angekündigten neuen Sitz in Magdeburg eröffnet, um ihre Recycling-, Wiederverwendungs- und Reparaturpläne im großen Maßstab voranzutreiben. Kernstück der Einrichtung ist eine Batterie-Tiefenentladungsanlage von Bosch Rexroth: laut BLC die erste weltweit, die vollautomatisch funktioniert. Hier sollen E-Fahrzeug-Akkus sicher und effizient für die Demontage und Verwertung vorbereitet werden. Mit einer Verarbeitungskapazität von bis zu 15.000 Tonnen Material pro Jahr werde der Durchsatz des bisherigen Standorts in Rheda-Wiedenbrück um das Sechsfache übertroffen. Das teilte die Rethmann-Tochter Rhenus Automotive mit. Sie hat BLC zusammen mit dem Schrott- und Metallrecycler TSR, der über seine Muttergesellschaft Remondis ebenfalls zum Rethmann-Konzern gehört, vor knapp anderthalb Jahren als Joint Venture gegründet.

Ein Alleinstellungsmerkmal der von Bosch Rexroth nach Magdeburg gelieferten Technik sei ihr hoher, in der Branche einzigartiger Automatisierungsgrad bei Prozessen, die der Batterie-Aufbereitung vorgelagert sind. Die Tiefentladung verkürze sich durch das Verfahren von bisher 24 Stunden auf bis zu unter 15 Minuten, wie es in einer früheren Mitteilung von Bosch Rexroth hieß. „Das ist ein enormer Produktivitätsgewinn. Risiken wie Kurzschlüsse und Brände werden minimiert“, kommentierte Lukas Brandl, Co-Geschäftsführer bei BLC.

Perspektivisch soll die anschließende Demontage robotergestützt erfolgen: „Eine Elektroautobatterie wiegt bis zu 700 Kilogramm und hat rund 180 Schrauben“, sagte Florian Karlstedt, ebenfalls Co-Geschäftsführer von BLC. „Wenn die Mitarbeiter hier jede Schraube manuell handhaben müssen, geht das zu Lasten der Gesundheit, der Motivation und der Prozesseffizienz“. Während Roboter künftig mit repetitiven Tätigkeiten beschäftigt seien, können sich die Facharbeiter auf komplexe Aufgaben wie Qualitätskontrollen oder Datenanalysen konzentrieren.

Nach dem Entladen und Zerlegen sollen die Lithium-Ionen-Akkus dem Recycling zugeführt werden – oder einer gezielten Zweitverwendung: Zum Geschäftsmodell von BLC gehört auch die Bereitstellung von geprüften Modulen für stationäre Energiespeicher. Zuletzt hatte das Unternehmen die Implementierung eines neuen Batterie-Analyseverfahrens bekanntgegeben sowie die Teilnahme an einem Forschungsprojekt zur Entwicklung von Prüf- und Klassifizierungsmethoden, um die verbleibende Kapazität und Nutzungsdauer von Second-Life-Batterien zu garantieren.

Magdeburg als BLC-Standort biete mit seiner zentralen Lage in Ostdeutschland kurze Wege zu wichtigen Automobil-Kunden in Wolfsburg, Berlin, Dresden und Leipzig, erklärte Brandl. Diese Nähe optimiere die logistischen Abläufe erheblich – ein entscheidender Faktor im kostenintensiven Recyclingprozess. Durch die Neueröffnung will das Unternehmen langfristig 30 bis 40 Arbeitsplätze in der Region schaffen.

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