Restvolumen deutscher Deponien nimmt weiter ab

Die Deponien in Deutschland verfügen über immer weniger freie Kapazitäten. Wie aus aktuell vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten hervorgeht, betrug das addierte Restvolumen aller in Betrieb befindlichen Deponien der Klassen 0 bis IV im jüngsten Berichtsjahr 2022 noch 438 Mio Kubikmeter. Bei der vorherigen Erhebung in 2020 waren es noch 444 Mio Kubikmeter, im Jahr 2010 sogar noch 518 Mio Kubikmeter. Das bedeutet, dass in Deutschland in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich weniger neue Deponiekapazität zugebaut als verbraucht wurde.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass in den letzten Jahren nicht mehr, sondern stetig weniger Abfälle abgelagert wurden. So ist der Input auf den deutschen Deponien laut Destatis 2022 mit 39,3 Mio Tonnen das sechste Jahr in Folge gesunken, was zugleich den niedrigsten Wert seit 2012 bedeutet.

Die Restkapazitäten auf deutschen Deponien waren in den letzten Jahren ein zwischen Bau- und Entsorgungsindustrie sowie Politik heiß diskutiertes Thema. Gerade in den Vorjahren, als die Bauwirtschaft noch boomte, gab es immer wieder Warnungen vor regionalen Entsorgungsengpässen. Zwar wurden in der Folge viele Deponieerweiterungs- und Neubauprojekte angestoßen. Statistisch hat sich dies aber – mit Ausnahme der Deponieklasse 0 – noch nicht merklich niedergeschlagen, was auch an der langen Planungs- und Genehmigungszeit liegen dürfte. Insbesondere die Restvolumina auf DK-I-Deponien sind gegenüber der letzten Erhebung in 2020 nochmals deutlich um über 30 Mio Kubikmeter gesunken.

Mehr als Hälfte der Deponien hat Restlaufzeit von unter elf Jahren

Eine für die abfallwirtschaftliche Planung der Kommunen bedeutsame Kennzahl ist auch die Restlaufzeit der Deponien, denn die Kreise und kreisfreien Städte sind gesetzlich verpflichtet in ihren Abfallwirtschaftskonzepten eine mindestens zehnjährige Entsorgungssicherheit nachzuweisen. Mit Blick auf die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigt sich allerdings, dass – wie schon bei der letzten Erhebung – mehr als die Hälfte der Deponien in Deutschland eine Restlaufzeit von unter elf Jahren aufweisen. Von der Gesamtzahl von 1.001 Deponien, die es laut Destatis im Jahr 2022 gab, verfügten 547 über eine ausstehende Betriebsdauer von maximal zehn Jahren. Bei knapp einem Drittel (317 Deponien) reichten die restlichen Verfüllkapazitäten sogar für nur noch maximal fünf Jahre.

In den Vorjahren enthielt der Destatis-Datensatz zur Abfallentsorgung auf Deponien stets noch nach Bundesländern aufgeschlüsselte Informationen. Für 2022 wurden allerdings noch keine neuen Zahlen veröffentlicht.

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