Remondis baut Sortieranlage in Weißenfels wieder auf und gewinnt Sammelauftrag im Kreis Coesfeld erneut

Remondis festigt seine regionale Präsenz an zwei Standorten: Während im sachsen-anhaltischen Weißenfels nach dem Großbrand vor knapp sechs Monaten der Wiederaufbau der Sortieranlage für Gewerbe- und Sperrmüll beginnt, hat der Entsorger im münsterländischen Kreis Coesfeld erneut den Zuschlag für die Abfuhr von Siedlungsabfällen erhalten. Der Vertrag beginnt den Angaben zufolge 2027 und läuft über sieben Jahre.

In Weißenfels ist für Mitte bis Ende Mai die Herstellung der vollen Betriebsleistung angestrebt, wie ein Sprecher gegenüber EUWID mitteilte. Der Abriss der vom Feuer schwer beschädigten Bereiche sei bereits angelaufen, in etwa zwei Wochen soll der 1:1-Wiederaufbau von Halle und Anlagentechnik losgehen. Zu den betroffenen Komponenten zählen unter anderem der stationäre Schredder, Elektrobagger, Aufgabebänder, Siebanlage, FE-Abscheider sowie die Sortierkabine.

„Nach 175 Tagen können wir endlich den Neustart einleiten“, kommentierte Niederlassungsleiter David Butterling auf der Plattform Linkedin. Der Brand im August sei durch einen Akku ausgelöst worden und habe einen „Millionenschaden“ verursacht. Zur konkreten Summe und zum Umfang der Versicherungsdeckung äußert sich Remondis nicht. Der Unternehmenssprecher weist jedoch darauf hin, dass bei der Regulierung der Ausfall durch den Stillstand der stationären Infrastruktur nicht berücksichtigt werde. 

Operativ seien Stoffströme damals nur kurzfristig umgeleitet worden. „Durch den Einsatz mobiler Technik wie Schredder, Sieb und FE-Abscheider sowie manueller Sortierung konnten wir die Abfallbearbeitung zügig wieder aufnehmen“, erläutert der Sprecher weiter. Zudem konnten NIR- und NE-Abscheider wieder in Betrieb genommen werden – ergänzt um einen selbst konstruierten Bypass. „Auswirkungen auf Logistik und Kunden blieben dadurch gering.“ Im Zuge des Wiederaufbaus seien beim Brandschutz Upgrades einschließlich neuer Infrarotkameras und moderner Löschsysteme vorgesehen. „Optionen zur automatischen Akkudetektion befinden sich aktuell noch in der Prüfung.“ 

Kreis Coesfeld: Folgevertrag mit Vorgaben für „saubere“ Lkw

Im Münsterland konnte Remondis sein Bestandsgeschäft im Kreis Coesfeld verteidigen. Zum Leistungsumfang zählen einer Unternehmensmitteilung zufolge Sammlung und Abtransport von Altpapier, Rest- und Bioabfall sowie die Gebietsabfuhren von Grünschnitt und Sperrmüll. Auftraggeber sind die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) und die Stadt Lüdinghausen.

Ein zentrales Kriterium der Ausschreibung seien Vorgaben zur Flottenausstattung gewesen: Das Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge (SaubFahrzeugBeschG) verpflichtet öffentliche Auftraggeber für die Jahre 2026 bis 2030 zum Einsatz von mindestens 15 Prozent emissionsarmen und -freien Lkw. In der Coesfelder Ausschreibung sei jedoch bewusst sogar eine Quote von 30 Prozent entsprechender Fahrzeuge festgelegt worden, wie die WBC-Geschäftsführung erklärt. 

Peter Brunsbach, Geschäftsführer von Remondis Münsterland, verweist in dem Zusammenhang darauf, dass sein Unternehmen im Kreis Coesfeld schon heute 21 Abfallsammelfahrzeuge mit Biomethan-Antrieb betreibe und die entsprechenden Mindestquoten erfülle. Die Flotte soll in den kommenden Jahren kontinuierlich erweitert werden. 

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