Am 15. Januar sind sämtliche Regelungen zur Umsetzung der EU-Batterieverordnung in Deutschland wirksam geworden: Wer sich als Hersteller bis dahin mit seinen Batteriemengen keiner Organisation für Herstellerverantwortung (OfH) angeschlossen hatte, riskierte den Verlust seiner EAR-Registrierung und damit ein Vertriebsverbot. „Die letzte wichtige Umstellung auf das neue Batterierecht ist sehr gut gelaufen“, erklärt Andrea Menz, Generalbevollmächtigte der Stiftung EAR, nach Ablauf der Frist. Die überwiegende Mehrheit der Registrierungen sei bestehen geblieben. Industrie und Rücknahmesysteme ziehen dagegen im Gespräch mit EUWID ein kritischeres Zwischenfazit: Der Tenor tendiert zu „gerade so gerettet“. Zwar sei der befürchtete Worst Case mit Marktverwerfungen ausgeblieben. Strukturelle Hürden wie Sicherheitsleistungen, doppelte Buchführung bei Meldeprozessen und Abholkoordination könnten den laufenden Betrieb jedoch in Zukunft weiter belasten.
Nach Darstellung der Stiftung EAR konnten bei den Gerätebatterien 92 Prozent aller Registrierungen erhalten werden, was eine „sehr gute Quote“ sei. Für andere Kategorien, zum Beispiel bei den Industriebatterien, dürfte der Anteil nicht finalisierter Registrierungen über acht Prozent liegen, schätzt Gunther Kellermann, Geschäftsführer des Fachverbands Batterien im Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI). Als Gründe nennt er die bereits im Vorfeld mehrfach adressierte kurze Umstellungsfrist seit Inkrafttreten des BattDG am 6. Oktober sowie die komplizierten Zertifizierungsprozesse für die Rücknahmesysteme als OfH als praktische Grundlage für die Registrierung der Hersteller: „Die Folge war, dass bis kurz vor Jahresende nur sehr wenige OfHs zugelassen waren, was einen unglaublichen Zeitdruck auf alle Beteiligten ausübte.“ Gleichzeitig betont Kellermann, dass sich die Lage zuletzt entspannt habe. Mit größeren Versorgungsengpässen rechne der Verband inzwischen nicht mehr.
Die Einschätzung zum schwierigen, sehr knappen Endspurt teilen auch Vertreter der Rücknahmesysteme. Robert Sommer, Director Market Excellence bei der Reverse Logistics Group (RLG), und Georgios Chryssos, Vorstand der Stiftung GRS Batterien, die erst am 30. Dezember offiziell als OfH genehmigt wurde, berichten unabhängig voneinander von einem Kraftakt über den Jahreswechsel, der personelle Ressourcen an die Grenzen brachte. ...




