RAB Halle nimmt automatisierte Sperrmüllsortierung in Betrieb

Die RAB Halle hat ihre seit 2010 bestehende Restabfallbehandlungsanlage am Standort der Deponie Halle-Lochau um eine vollautomatisierte Sperrmüllsortieranlage erweitert. Das Investitionsvolumen beziffert die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Halle auf rund 1,25 Mio €.

Bislang wurden Rest- und Sperrmüllabfälle der Stadt immer zusammen verarbeitet. Sperrmüll wurde wie Hausmüll behandelt und zu einem großen Teil als Ersatzbrennstoff aufbereitet. „Ziel der Erweiterung war es, den Anteil der thermisch verwerteten Abfälle zugunsten der stofflichen Verwertung zu senken. Dabei galt es, insbesondere das verwertbare Altholz effizienter aus dem Sperrmüll zu extrahieren, ohne dass händische, arbeitsintensive Sortierung erforderlich wird“, so Burkhardt Jänicke, Geschäftsführer der RAB Halle GmbH. Damit trage die Erweiterung nicht nur zur Verbesserung der Ressourcennutzung bei, sondern ermögliche auch signifikante Einsparungen bei den CO2-Abgaben im Rahmen des nationalen Emissionshandels für die Abfallverbrennung. Nach erfolgreichem Probebetrieb ist die neue Sortieranlage Anfang dieses Jahres in Betrieb gegangen.

Eingesetzt wird eine Kombination aus bewährten Sortiertechniken, die jetzt aber erstmals für die Sperrmüllsortierung eingesetzt werden: eine Siebtrommel, ein Windsichter und ein Ballistor. Das Zusammenspiel dieser Komponenten ermöglicht der RAB zufolge eine präzise Trennung des Sperrmülls in verschiedene Fraktionen.

Der Sortierprozess beginnt mit einer groben Baggervorsortierung. Danach wird das Material durch einen Schredder auf maximal 300 mm zerkleinert, anschließend beginnt der eigentliche Sortierprozess. Zunächst werden die enthaltenen Metalle aussortiert, nachfolgend wird der Sperrmüll in der Siebtrommel gesiebt. Alle Materialien unter 20 Millimeter werden ausgesiebt. Dies umfasst vor allem kleinere Holzpartikel, die sich für die Wiederverwertung eignen. Alles, was größer ist, wird auf einem Förderband transportiert, wo im nächsten Schritt der Windsichter Leichtgüter wie Plastik und Folien absaugt. Der verbleibende gröbere Sperrmüll wird anschließend durch den Ballistor bearbeitet. Dieser nutzt mechanische Bewegungen, um Holz von den verbliebenen, artfremden Gegenständen und Materialien zu trennen.

Die in der neuen Anlage gewonnenen Holzfraktionen von fein bis grob werden entweder stofflich verwertet oder in Biomassekraftwerken thermisch verwertet. Die Verwertung der Holzreste erfolge dort, wo der größte finanzielle Ertrag erzielt werden könne.

Geringere CO2-Abgaben

Ein ganz entscheidender Vorteil der neuen Sortieranlage seien sinkende CO2-Abgaben. Durch die verbesserte Trennung insbesondere Holz werde der Anteil des Abfalls, der als Ersatzbrennstoff verbrannt werden muss, deutlich reduziert. Diese Maßnahme minimiert auch die CO2-Abgaben, die für die RAB Halle durch den Emissionshandel entstehen. Bislang wurden von den jährlich etwa 10.000 Tonnen Sperrmüll rund 9.000 Tonnen zu Ersatzbrennstoff aufbereitet. „Dank der neuen Technologie können wir nun deutlich mehr wertvolle Ressourcen aus dem Sperrmüll gewinnen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß bei der Abfallverbrennung reduzieren“, erklärt Jänicke. Insgesamt konnten die Kostensteigerungen durch die CO2-Abgabe um mehr als 20 Prozent reduziert werden, was sich entsprechend positiv in der Gebührenkalkulation 2025/2026 auswirke.

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