Pyrum Innovations hebt Ergebnisprognose leicht an

Erster Spatenstich in Perl-Besch voraussichtlich im Dezember

Die Pyrum Innovations AG hat am Freitag ihren Konzernfinanzbericht für das erste Halbjahr veröffentlicht. Die Umsatzerlöse in den ersten sechs Monaten lagen bei rund 708.000 € und damit um gut 41 Prozent über dem Vorjahreshalbjahr. Gleichzeitig haben sich die sonstigen betriebliche Erträge mit 800.000 € mehr als verdoppelt. Ursächlich hierfür seien Investitionszuschüsse in Höhe von 531.000 € für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Dillingen gewesen. Das Konzernperiodenergebnis lag mit rund minus 4,8 Mio € in einem ähnlichen Umfang im negativen Bereich wie im Vorjahreszeitraum.

Im Hinblick auf die hohe Investitionstätigkeit erwartet Pyrum auch für das Gesamtjahr ein negatives EBIT auf Konzernebene. Allerdings wurde die Prognose angesichts geringerer Kosten leicht nach oben korrigiert. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem EBIT von minus zehn bis minus zwölf Mio € für das Jahr 2024. Nach dem ersten Quartal war noch ein leicht höherer Verlust von elf bis 13 Mio € erwartet worden.

Trotz der Verluste erhöhte sich die verfügbare Liquidität des Unternehmens zum 30. Juni aufgrund der Auszahlung von zwei weiteren Darlehenstranchen der BASF für den Bau der Anlage in Perl-Besch auf rund 9,5 Mio €. Der Chemiekonzern ist bereits seit 2020 an dem Unternehmen beteiligt.

Die Ergebnisse und die Vermögenslage von Pyrum waren im ersten Halbjahr erneut geprägt durch die Investitionen am Firmensitz in Dillingen/Saar sowie für Bestellungen von Anlagenteilen für den neuen Standort in Perl-Besch. Investitionen in den Personalaufbau und die weitere Entwicklung der Organisationsstruktur führten ebenfalls zu steigenden Kosten. Zudem blieben die Durchsatzmengen in der rCB-Pelletieranlage mengenmäßig noch hinter der Zielleistung zurück, berichtet das Unternehmen.

In Perl-Besch seien mittlerweile die Änderungen des Bebauungsplans rechtskräftig eingetragen. Zudem sei die Betriebsgesellschaft gegründet und die erste Phase der Rodungsarbeiten abgeschlossen worden. Einige Anlagenkomponenten mit sehr langen Lieferzeiten, wie etwa die drei neuen Pyrum-Reaktoren seien bereits bestellt und angezahlt. Bis zu 50 Prozent des Werks sind über das Darlehen der BASF finanziert und dem Unternehmen zufolge gibt es „eine realistische Lösung für die weiteren 50 Prozent“, die bei positiver „Due Diligence“ durch den potenziellen Projektfinanzierer noch dieses Jahr unterzeichnet werden könnte. Der Baubeginn soll voraussichtlich im Dezember erfolgen

„Wir blicken auf ein aufregendes und erfolgreiches erstes Halbjahr bei Pyrum zurück“, kommentiert CEO Pascal Klein die Ergebnisse. „Unsere industrielle Serienanlage ist endlich in Betrieb und die Anlaufphase der neuen Produktionslinien TAD 2 und TAD 3 verlief erfolgreich.“ Damit sei das Fundament für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gelegt.

Vorstand auf zwei Personen verkleinert

Neben den Geschäftszahlen meldet Pyrum auch eine Veränderung bei der personellen Zusammensetzung des Vorstands. Mit Ablauf seines Vertrags zum 15. Oktober werde Michael Kapf aus persönlichen Gründen nicht länger als Vorstandsmitglied fungieren. Er wird jedoch weiterhin als Mitarbeiter im Unternehmen verbleiben und auch künftig hauptverantwortlich für die IT zuständig sein.

Alf Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender von Pyrum Innovations, dankt Michael Kapf im Namen des gesamten Aufsichtsrats: „Wir sind Michael Kapf außerordentlich dankbar für seine engagierte und erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren seit der Gründung der Gesellschaft. Er hat entscheidend dazu beigetragen, Pyrum zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Thermolyse von Altreifen zu machen.“ Nach dem Ausscheiden von Michael Kapf besteht der Vorstand künftig aus CEO Pascal Klein und CFO Kai Winkelmann.          

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