Pyrum: Continental-Lieferfreigabe für Industrieruß aus neuen Reaktoren

Der Altreifenrecycler Pyrum Innovations hat im Anschluss an ein Audit die unlimitierte Lieferfreigabe für chemisch recycelten Industrieruß (recovered Carbon Black, rCB) des Stammwerks in Dillingen im Saarland von dem Reifenhersteller Continental erhalten. Im Rahmen des Continental-Audits führte Pyrum Mitte November eine Prozessfähigkeitsanalyse für die beiden in den letzten Monaten hochgefahrenen Produktionslinien (TAD 2 und 3) in Dillingen durch. Die dabei ermittelten Werte lagen nach Angaben des Unternehmens jeweils über den erforderlichen Standardwerten, die von der Automobilindustrie vorgegeben werden. Auf dieser Grundlage habe Continental die Genehmigung zur Belieferung mit dem rCB aus TAD 2 und TAD 3 erteilt.

Das Audit sei erforderlich gewesen, um Rohkoks aus den beiden neuen Linien in der bestehenden Mühle zu Industrieruß vermahlen und anschließend an Continental zum Einsatz in der Reifenproduktion liefern zu dürfen, berichtet der Altreifenrecycler. Bereits Anfang 2024 war eine Genehmigung für die Schredderanlage erteilt worden. Durch die Standorterweiterung in Dillingen wurde die Verarbeitungskapazität auf 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr verdreifacht.

Ende Juli hatte Pyrum Innovations mit Continental einen Rahmenvertrag über die Abnahmemengen des rCB für mindestens zwei Pyrum-Werke mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass Continental Pyrum mit Altreifen beliefert.

„Wir sind äußerst stolz darauf, diesen bedeutenden Meilenstein gemeinsam erreicht zu haben“, kommentierte Pascal Klein, CEO der Pyrum Innovations AG, das Audit. „Die nun erfolgte Freigabe ist der Grundstein für deutliche Umsatzsteigerungen im nächsten Jahr.“

Pyrum plant nun, durch die Installation einer neuen Mahl- und Pelletieranlage die rCB-Mengen weiter zu erhöhen. Das Fundament für die Mahlhalle sei planmäßig Ende Oktober fertiggestellt worden. Der Stahlbau befinde sich derzeit in der Ausschreibung. Die Anlagenkomponenten der Mahlanlage wurden bereits geliefert und in Dillingen eingelagert. Die Montage sei aufgrund der technischen Integration mit der Pelletieranlage für das erste Quartal 2025 geplant.

In den am 22. November veröffentlichten Geschäftszahlen für das dritte Quartal bestätigt Pyrum die zum Halbjahr angepasste Prognose für 2024: Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern in einer Spanne von zehn Mio € bis zwölf Mio €, bei einem Umsatz zwischen 1,9 Mio € und 2,4 Mio €. Die Ergebnisse sind weiterhin durch die Investition in neue Anlagen belastet.

In den ersten neun Monaten konnte Pyrum seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf rund 1,1 Mio € steigern. Der Periodenverlust belief sich auf knapp acht Mio €. Im Oktober hat das Unternehmen eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um weitere Investitionen, vor allem den Bau des zweiten Altreifen-Recyclingwerks in Perl-Besch im Saarland, zu finanzieren (EUWID 44/2024). Die Anlage soll ebenfalls auf eine Kapazität von 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr ausgelegt werden.

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