Profine nimmt Kunststoff-Recyclinganlage in Betrieb

Der Profile- und Plattensystemehersteller Profine hat an seinem Standort in Pirmasens eine Recyclinganlage für die Aufbereitung von Kunststoffmaterial aus Altfenstern in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilte, läuft die Anlage schon seit Januar im Vierschichtbetrieb und verfügt über eine Kapazität von 15.000 Tonnen pro Jahr.

Das Material aus Altfenstern wird von externen Verwertern bezogen, die es bereits vorsortieren und grob säubern. Anschließend durchläuft es einen mehrstufigen Reinigungs- und Filterprozess, um hochwertiges Granulat zu erhalten. Dieses wird dann wieder gemeinsam mit Neumaterial zu Fensterprofilen verarbeitet.

Die neue Anlage ermögliche dem Unternehmen, künftig flexibler auf Recyclingmaterial zurückzugreifen und die Qualität der rezyklierten Rohstoffe noch genauer zu kontrollieren. Peter Mrosik, Geschäftsführender Gesellschafter von Profine, betonte anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage Anfang März die strategische Ausrichtung des Unternehmens: „Nachhaltigkeit beginnt bei Profine ganz am Anfang – bei den Rohstoffen – und unser Ziel ist der perfekte Kreislauf für hochwertige Kunststoffprodukte. Daher ist diese neue Recyclinganlage für uns eine konsequente Investition in die Zukunft.“

Verstärkter Einsatz von Rezyklaten geplant

Neben neuen Technologien und Prozessen setzt Profine nach eigenen Angaben auch auf den verstärkten Einsatz von Recyclingmaterial in seinen Produkten. Die Profilserie „Kömmerling ReFrame“ werde bereits komplett aus recyceltem Kunststoff hergestellt, während andere Profile einen mindestens 55-prozentigen Recyclinganteil aufweisen und damit den Anforderungen verschiedener deutscher Kommunen entsprechen. Durch den Einsatz von Recyclingmaterial kann das Unternehmen nach eigener Einschätzung den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen im Vergleich zur Verwendung von konventionellem Frischmaterial deutlich senken.

Investitionen in Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien

Parallel zur Einweihung der neuen Recyclinganlage präsentierte Profine auch Neuerungen in der Logistik am Standort Pirmasens: Die Umrüstung von 25 Diesel-Seitenstaplern auf 25 Elektro-Seitenstapler verbessere nicht nur die Flexibilität und Effizienz in der innerbetrieblichen Logistik, sondern reduziere auch ihren ökologischen Fußabdruck erheblich. Verglichen mit der bisherigen Flotte liege die CO2-Einsparung bei mehr als 700 Tonnen pro Jahr.

Als Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie will Profine außerdem verstärkt erneuerbare Energiequellen nutzen und langfristig komplett klimaneutral und energieautark sein. Hierfür würden unter anderem an den internationalen Standorten der Gruppe große Photovoltaik-Anlagen installiert.

Die eigentümergeführte Profine Group beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.400 Mitarbeitende an 29 Standorten in 23 Ländern. In Deutschland ist das Unternehmen mit Produktionsstandorten in Pirmasens und Berlin vertreten. Neben verschiedenen anderen europäischen Länder produziert Profine auch in Niederlassungen in China, Indien und den USA Fenster- und Türenprofile sowie Kunststoffplatten. Der konsolidierte Umsatz lag dem Unternehmen zufolge im vergangenen Jahr bei 950 Mio €. Die Produktionskapazität wird mit etwa 450.000 Tonnen Profile angegeben.

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