Prezero beauftragt Reploid mit Insektenmastanlage

Prezero will am Standort Buchen in Baden-Württemberg eine Insektenmastanlage zur industriellen Verwertung von Lebensmittelabfällen errichten. Dafür hat das zur Schwarz Gruppe gehörende Kreislaufwirtschaftsunternehmen den österreichischen Biotechnologiespezialisten Reploid mit der Lieferung einer sogenannten „ReFarmUnit“ beauftragt: In dieser wandeln die Larven der Schwarzen Soldatenfliege regionale Reststoffe in Biomasse um. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. 

Angaben zum Auftragswert, zur Investitionssumme oder zur Kapazität macht Reploid nicht. Auf Anfrage erklärte das Unternehmen, die Technik für Buchen sei für eine etwas größere Einheit vorgesehen als die erste „ReFarmUnit“, die wie berichtet im März 2026 im bayerischen Burghausen eröffnet wurde. Dort werden nach früheren Unternehmensangaben täglich rund 40 Tonnen organische Abfälle verarbeitet. Die davon ernährten Insektenlarven liefern nach der Mast Proteine für Tier- und Futtermittel sowie Fette für industrielle Anwendungen. Aus- und Abscheidungen bilden wiederum die Basis für organischen Dünger. Das Gesamtinvestitionsvolumen der Burghausener Anlage wurde damals mit rund 5,5 Mio. € beziffert. 

Der Auftrag von Prezero ist laut Reploid das erste konkrete Projekt, das aus seit Sommer 2025 laufenden Gesprächen hervorgeht. „Wir betreiben bereits seit mehreren Jahren die Zucht von Larven der Schwarzen Soldatenfliege“, erklärte Dietmar Böhm, Vorstand Prezero Dual, Intragroup Services & New Business Prezero International. Mit Reploid habe man nun einen Partner gewählt, „der uns mit einem überzeugenden Konzept und mit technischer Expertise an der Seite steht“. 

Über den Kauf der modular aufgebauten, skalierbaren Anlage hinaus verhandeln die beiden Unternehmen laut Reploid bereits über eine vertiefte internationale Kooperation, insbesondere im Hinblick auf Verarbeitung und Vertrieb der erzeugten Insektenprodukte. Reploid-Chef Philip Pauer bezeichnete das Projekt mit Prezero als „wichtigen Meilenstein“. Es zeige, dass sich der firmeneigene Ansatz auch dort anwenden lasse, wo Stoffströme im großen Maßstab bewirtschaftet werden.

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