Um erneuerbare Energien effizient zu nutzen, spielen stationäre Speicher eine wichtige Rolle. Und auch Second-Life-Konzepte für Altbatterien gewinnen vor diesem Hintergrund an Zugkraft. Wie das in der Praxis aussehen kann, hat Porsche diese Woche in seinem Leipziger Werk vorgestellt: Auf einer Fläche fast so groß wie zwei Basketballfelder wurde ein Speichersystem aus 4.400 gebrauchten Batteriemodulen des Elektro-Sportwagens Taycan installiert. Diese stammen aus Vorserien- und Werksfahrzeugen, heißt es in einer Pressemitteilung des Autoherstellers.
Mit dem Modellprojekt will Porsche verschiedene Ziele wie Lastspitzenkappung („Peakshaving“), Optimierung des Eigenverbrauchs und Teilnahme am Energiemarkt miteinander verbinden. Lithium-Ionen-Akkus, die für den anspruchsvollen Einsatz in Fahrzeugen nicht mehr geeignet sind, erhalten auf diese Weise eine sinnvolle Zweitnutzung vor dem Recycling. Außerdem gelinge es durch die Schaffung von Pufferkapazitäten, den Standort Leipzig noch wirtschaftlicher zu machen und den Autarkiegrad zu erhöhen, erklärte Jonathan Dietrich, verantwortlicher Projektleiter für Batteriespeicher.
Die Gesamtleistung des neuen Systems beträgt den Angaben zufolge fünf Megawatt bei einem Energieinhalt von zehn Megawattstunden. Es kann kurzzeitig mit bis zu 20 Prozent Überlast betrieben werden und besteht aus einzelnen Batteriemodulen, die ohne technische Änderungen verwendet wurden und auf vier Batteriecontainer verteilt sind. Die komplette Anlage einschließlich der Batterieblöcke ist auf eine Nutzungsdauer von mehr als zehn Jahren ausgelegt – einzelne Module lassen sich bei Bedarf austauschen.
Der eingespeiste Strom wird zum Teil von den werkseigenen Solaranlagen mit einer Peakleistung von 9,4 Megawatt erzeugt. Wenn Lastspitzen auftreten, hilft der Speicher, diese zu kappen. Bis zum Jahresende soll der stationäre Batteriespeicher mit allen Vermarktungsformen in den Regelenergiemarkt integriert werden, unter anderem parallel zum Peakshaving auch als Netzstabilisator für die vorgelagerten Verteilnetze. Von dem Projekt erhofft Dietrich sich Erkenntnisse, um künftig weitere Porsche-Standorte mit ähnlichen Systemen und Funktionalitäten auszustatten.





