Während die Politik den weiteren Ausbau der Offshore-Windkraft als tragende Säule der Energiewende forciert, rückt eine zentrale Frage in zeitliche Nähe: „Wie kommt das Ganze irgendwann auch wieder aus dem Wasser raus?“, stellte Dennis Kruse, Geschäftsführer der Deutschen Windguard GmbH, bei der VDI-Fachkonferenz „Rückbau von Windkraftanlagen“ Anfang Mai in Bremerhaven zur Diskussion. Ab den 2040er Jahren erwartet er, dass eine Welle von Rückbauprojekten auf deutsche Häfen, Entsorgungsunternehmen und Recycler zurollt. Und die Branche sei Stand heute kaum vorbereitet. „Das wird eine ähnliche Pionierleistung sein wie der Aufbau und wir werden viel Lehrgeld zahlen“, betonte Björn Wittek, Managing Director der Offshore-Sparte bei der Rethmann-Tochter Rhenus Logistics. Er lieferte eine Bestandsaufnahme infrastruktureller Engpässe: insbesondere in Bezug auf Schiffs- und Hafenkapazitäten, die den kostspieligsten Teil des Rückbaus ausmachen.
Das Windenergie-auf-See-Gesetz schreibt für 2045 vor, die installierte Offshore-Leistung schrittweise auf 70 Gigawatt zu steigern – von derzeit knapp zehn Gigawatt. Mit dieser vorgesehenen Ausbaudynamik türmen sich jedoch zugleich Rückbauverpflichtungen auf, die bislang wenig mitgedacht werden. Darüber gab es bei der Tagung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) einen breiten Konsens. Das Thema sei in Politik und Planung stark unterbelichtet, während die logistischen Herausforderungen, die sich anhand valider Daten nachvollziehen lassen, ein vorausschauendes Handeln nahelegen.
Entsprechende Zahlen liefert die Deutsche Windguard als unabhängiger Dienstleister für die Branche: Auf Basis dieser Erhebungen prognostiziert Kruse, dass unter der Annahme einer durchschnittlichen Anlagenbetriebsdauer von 25 Jahren etwa im Jahr 2040 mit einem ersten Rückbau-Peak zu rechnen sei. ...




