Offizieller Baubeginn für Biomassezentrum Velsen

Nachdem der Entsorgungsverband Saar wie berichtet den Genehmigungsbescheid für das EVS-Biomassezentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zur Abfallverwertungsanlage Velsen erhalten hat, ist nun offiziell mit dem Bau begonnen worden. Verantwortlich für Bau und Betrieb ist die EVS BMZ GmbH, eine Tochtergesellschaft des Entsorgungsverbandes Saar.

In der neuen Vergärungsanlage mit nachgeschalteter Kompostierung werden rund 55.000 Tonnen Biogut aus den saarländischen Biotonnen sowie weitere rund 5.000 Tonnen Grüngut, das dezentral über kommunale Sammelplätze erfasst wird, verwertet. Erzeugt werden laut EVS jährlich 13.000 Tonnen gütegesicherter Fertigkompost und knapp vier Mio Kubikmeter Biogas in Erdgasqualität. Dazu kommen Gärprodukte und flüssige Gärreste als Düngemittel, die für die Landwirtschaft interessant sind.

Der EVS investiert nach heutigem Stand ca. 50 Mio €. Im ersten Halbjahr 2027 soll die Anlage in Betrieb gehen. Nach EU-weiter Ausschreibung wurde die Arbeitsgemeinschaft Thöni Industriebetriebe/OBG Hochbau mit der Umsetzung des Projektes beauftragt. Projektsteuerer ist die Arbeitsgemeinschaft SIUS GmbH/ia GmbH, Generalplaner die Witzenhausen-Institut GmbH.

Der Auftrag umfasst die Errichtung des EVS BMZ und benötigte Revisionsflächen, die technische Anbindung an die AVA Velsen zur Wärmeversorgung und Abluftbehandlung sowie den Bau einer Gasübergabestation und einer Anschlussleitung an das Gashochdrucknetz durch das Unternehmen Creos.

„Das EVS Biomassezentrum steht für eine moderne Kreislaufwirtschaft, bei der die gesamte Wertschöpfung im Saarland bleibt“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der EVS BMZ, Stefan Kunz. „Die Saarländerinnen und Saarländer können so ganz aus der Nähe erleben, wie aus ihrem gesammelten Biogut Energie und hochwertiger Kompost entsteht“, so Kunz.

„Auch wirtschaftlich rechnet sich das Projekt, denn die Verwertung im EVS eigenen Biomassezentrum wird auf jeden Fall günstiger als die aktuelle außerhalb des Saarlandes“, ist sich Christopher Freichel, Geschäftsführer der EVS BMZ, sicher.

„Diese neue biologische Abfallbehandlungsanlage ermöglicht es dem EVS, Bioabfälle nachhaltig zu nutzen. Damit setzen wir nicht nur ein klares Zeichen für klimafreundliche Energiegewinnung, sondern auch für regionale Wertschöpfung und eine moderne Kreislaufwirtschaft. Was bislang außerhalb unseres Bundeslandes verwertet werden musste, bleibt nun im Saarland – und wird hier vor Ort in Energie und wertvolle Ressourcen für Landwirtschaft und Privathaushalte umgewandelt“, so Saarlands Umweltministerin Petra Berg (SPD).

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