
Das nordrhein-westfälische Bauministerium hat gestern den Abschluss einer weiteren Kooperationsvereinbarung mit der auf zirkuläres Bauen spezialisierten Concular GmbH bekanntgegeben. Im Rahmen der Vereinbarung wollen die beiden Partner die Erstellung digitaler Gebäuderessourcenpässen und das Verständnis für zirkuläres Bauen vorantreiben. Hierfür werden Pilotvorhaben in der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes und in der Städtebauförderung gesucht.
Mit dem digitalen Pass für Gebäude könne eine dauerhaft verfügbare Dokumentation über die verwendeten Ressourcen geschaffen werden, berichtet das Ministerium. So werden unter anderem die Wiederverwendbarkeit von Materialien und Bauteilen sowie die CO2-Bilanz des Gebäudes erfasst. Mittel- bis langfristig soll so ein „enormes Potenzial für die Kreislaufwirtschaft im Bau“ entstehen.
„Bei der Kreislaufwirtschaft muss viel zu oft noch um die Ecke gedacht werden. Der digitale Gebäudepass zeigt, was wirklich in unseren Gebäuden steckt – und zwar über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg“, erklärt Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) das Vorhaben. Nordrhein-Westfalen sammele Erfahrungen in der Praxis, um klare, wirtschaftlich tragfähige Kriterien für nachhaltiges Bauen zu entwickeln.
Mit den Bauvorhaben der öffentlichen Wohnraumförderung will das Ministerium insbesondere Erkenntnisse über Abläufe und Verfahrensweisen auf dem Weg zu einem standardisierten digitalen Gebäuderessourcenpass sammeln. Ein besonderer Fokus soll auf der Einfachheit und Praktikabilität in der Umsetzung liegen. Concular wird das Ministerium bei der Erarbeitung von Standards und Definitionen sowie entsprechender Kriterienkataloge unterstützen. Partner aus den am Bau beteiligten Organisationen und Verbänden sowie die Kommunalen Spitzenverbände können der Vereinbarung durch gesonderte Unterzeichnung beitreten.
„Zirkuläres Bauen eröffnet enorme Potenziale – für Klimaschutz, Ressourcenschonung und bezahlbaren Wohnraum“, hob Dominik Campanella, Geschäftsführer und Mitgründer von Concular, hervor. „Die Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen ist ein wichtiger Schritt, um zirkuläre Prozesse in der Bauwirtschaft zu skalieren und einen echten Zukunftsmarkt zu erschließen.“
Concular ist nach eigenen Angaben Marktführer im Bereich des zirkulären Bauens in Deutschland und hat bereits in mehr als 450 Bestands- und Neubauprojekten Ressourcen und Bauteile digital dokumentiert. In Nordrhein-Westfalen war das Unternehmen auch an dem Projekt „Circular Economy – Circular Cities.NRW“ beteiligt.



