Der Kupferhersteller und Multimetall-Recycler Aurubis hat in Lünen eine neue Luftzerlegungsanlage (LZA) in Betrieb genommen. Die Anlage wurde am Dienstag im Beisein der nordrhein-westfälischen Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) feierlich eingeweiht. Die Investitionen beziffert der Hamburger Konzern auf insgesamt rund 40 Mio. €. Ziel sei es, die Produktionsprozesse am Recyclingstandort Lünen effizienter zu machen und sich unabhängiger von externen Lieferketten aufzustellen, um so die Versorgungssicherheit von strategisch wichtigen Metallen zu stärken.
Die vom Gasespezialisten Messer geplante und gebaute Anlage erzeugt aus Umgebungsluft Sauerstoff und Stickstoff. Künftig sollen so alle metallurgischen Prozesse im Aurubis-Werk Lünen zuverlässig mit diesen beiden essenziellen Industriegasen versorgt werden. Wie Aurubis erläutert, wird Sauerstoff in der Kupferproduktion an den Öfen eingesetzt – vom Badschmelzofen über den Konverter und den Mischzinnofen bis hin zum Anodenofen. Stickstoff wiederum komme entlang der gesamten Prozesskette unter anderem zum Spülen sowie in den Filtersystemen zum Einsatz.
Laut Aurubis erreicht der in der LZA erzeugte Sauerstoff eine nahezu 100-prozentige Reinheit und unterstützt damit eine effiziente und prozessstabile Kupferproduktion. Weiterhin spare die Eigenproduktion die Anlieferung von Flüssigsauerstoff in großen Tanks. Dadurch entfielen bis zu 3.000 Lkw-Lieferungen pro Jahr sowie die energieaufwändige Rück-Umwandlung von Flüssigsauerstoff zu Gas. Insgesamt spare Aurubis durch mit der neuen LZA jährlich bis zu 8.500 Tonnen CO2-Emissionen.
Inge Hofkens, COO der Aurubis-Sparte Multimetal Recycling, bezeichnet die Anlage als zentralen Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Recyclingstandorts Lünen. „Sie stärkt unsere Versorgungssicherheit, macht unsere Prozesse effizienter und leistet einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.“ Lünen sei „ein Eckpfeiler unseres internationalen Hüttennetzwerks“ und spiele „eine entscheidende Rolle bei der Versorgung der Industrie mit strategisch wichtigen Metallen aus Recyclingmaterial“.
Auch Werkleiterin Verena von Weiss erkennt einen „spürbaren Fortschritt“ für den Standort: „Mit der Eigenproduktion von hochreinem Sauerstoff und Stickstoff verbessern wir unseren Produktionsalltag deutlich.“ Man könne Prozesse stabiler, präziser und unabhängiger steuern; zugleich würden Emissionen reduziert und der Standort „langfristig zukunftsfest“. Der Standort Lünen werde als einer der größten Multimetall-Recyclingstandorte Europas weiter gestärkt.




