
Für den Bau ihrer neuen Abfallvergärungsanlage im rheinland-pfälzischen Morbach hat die ABO Kraft & Wärme Hammelbüsch ihren überarbeiteten Genehmigungsantrag eingereicht. Die Anlage mit einer Kapazität von insgesamt rund 40.000 Jahrestonnen soll im Oktober nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen, teilte die Struktur- und -Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) mit.
Während im geplanten ersten Fermenter jährlich gut 18.000 Tonnen Speisereste verwertet werden sollen, ist der zweite Fermenter auf den Einsatz von Mist, Gülle und nachwachsende Rohstoffe wie Maissilage, Schadgetreide, GPS und Grassilage ausgelegt. Die Verarbeitung von Abfall und Mist/Gülle/NawaRo erfolgt dabei in voneinander getrennten Produktionslinien.
Gebaut wird die Anlage am Standort einer 2006 errichteten Biogasanlage, die NawaRo-Material eingesetzt hatte, allerdings bereits stillgelegt und größtenteils zurückgebaut ist. Bestimmte Anlagenbestandteile werden aber nicht abgerissen, sondern weitergenutzt, so etwa das ehemalige Gärrestlager. Es wird von der Gemeinde Morbach in Zukunft als Löschwasserbehälter für die Energielandschaft Morbach genutzt. Weitere Anlagenteile nutzt künftig das Pelletwerk der EC Bioenergie.
Das in der Vergärungsanlage erzeugte Biogas wird entweder in zwei BHKW direkt verstromt, zu Bioerdgas, zu Flüssiggas (LNG) oder zu Flüssig-CO2 aufbereitet. Der Strom dient zum größten Teil der Versorgung für die Abfallvergärungsanlage, überschüssiger Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die im BHKW anfallende Wärme wird für Betriebsprozesse der Abfallvergärungsanlage und für die Hygienisierung der Abfälle eingesetzt oder den Nachbarbetrieben wie etwa dem Pelletwerk zur Verfügung gestellt.
Die Antragsunterlagen sind noch bis einschließlich 19. November auf der Seite der SGD Nord einsehbar. Ein etwaiger Erörterungstermin ist für den 19. Februar 2026 vorgesehen.



