
Die Bremer Nehlsen AG hat im Geschäftsjahr 2024 ihren Jahresüberschuss gesteigert. Wie aus dem im Unternehmensregister veröffentlichten Konzernabschluss hervorgeht, lag der Überschuss 2024 bei 16,2 Mio. € nach 9,6 Mio. € im Jahr zuvor. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Nehlsen-Konzern mit 445,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert um 24,3 Mio. €, womit sich die Ertragslage wie prognostiziert deutlich verbessert habe.
Im operativen Umfeld berichtet das Unternehmen von einem im Jahresverlauf verbesserten Geschäft in der Erfassung und Entsorgung von Abfällen aus Haushalten sowie von Gewerbe, Handel und Industrie. Preisanpassungen und neu gewonnene Kunden hätten zur Umsatz- und Ergebnissteigerung beigetragen. Die durchschnittliche Auslastung im Logistik- und Anlagenbereich sei auf gutem Niveau geblieben. Im Bereich der Aufbereitung und Vermarktung von Sekundärrohstoffen spricht Nehlsen von einer insgesamt leicht positiven Entwicklung, während die Aufbereitung und Vermarktung von Schrotten und Metallen weiterhin unter schwierigen Rahmenbedingungen standen.
Das Marktumfeld blieb nach Unternehmensangaben von hoher Wettbewerbsintensität, volatilen Absatzmärkten und anhaltendem Druck im Kunststoffrecycling geprägt. Die Abfallmengen und die Nachfrage für Sekundärrohstoffe entwickelten sich insgesamt konstant. Im Jahresverlauf waren in einzelnen Marktsegmenten weiterhin hohe Volatilitäten und stark abweichende Entwicklungen zu verzeichnen.
Der wirtschaftliche Betrieb komplexer Aufbereitungs- und Sortieranlagen wurde durch das anhaltend niedrige Preisniveau und die Unsicherheit auf den Absatzmärkten erschwert. Besonders betroffen waren Stoffströme mit hoher Verarbeitungstiefe und geringer Erlössicherheit, etwa im Kunststoffrecycling. Infolge fehlender politischer Anreizmechanismen sowie günstiger Primärmaterialien auf den internationalen Märkten musste die Stilllegung einzelner Recyclingkapazitäten in Deutschland beobachtet werden.
Die Ausweitung des Brennstoffemissionshandels habe die Kosten thermischer Behandlungsverfahren zusätzlich erhöht. Die gestiegenen Behandlungskosten von bis zu 25 Prozent hätten sich nur teilweise über höhere Entgelte kompensieren lassen.
Steigende Wettbewerbsintensität
Insgesamt blieb der Markt durch eine Vielzahl regionaler und überregionaler Akteure geprägt. Die Wettbewerbsintensität nahm aus Sicht von Nehlsen im Vergleich zum Vorjahr nochmals zu, insbesondere in Segmenten mit niedriger Eintrittsschwelle und hoher logistischer Komponente. Gleichzeitig war ein anhaltender Konzentrationsprozess zu beobachten, bei dem größere Anbieter durch Akquisitionen ihre Marktanteile ausbauten.
Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 2.525 Mitarbeiter (Vorjahr 2.610 Mitarbeiter) in der Nehlsen-Gruppe beschäftigt. Mehrheitsaktionärin der Nehlsen AG ist laut Anhang die Panta Re AG in Bremen, die 84 Prozent der Anteile hält.



