Das Mannheimer Energieunternehmen MVV hat den Startschuss für den Bau seiner dritten thermischen Abfallbehandlungsanlage und seines insgesamt vierten Anlagenprojekts in Großbritannien gegeben. In Wisbech in der Grafschaft Cambridgeshire entsteht mit dem Projekt „Medworth“ die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Rund eine halbe Mrd € Euro fließen den Angaben zufolge in die neue Anlage, die 2029 den Betrieb aufnehmen soll.
„Das Medworth-Projekt stärkt unsere Marktposition und leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der britischen Kreislaufwirtschaft“, erklärte MVV-Vorstandsvorsitzender Gabriël Clemens. Mit einer Verarbeitungskapazität von 625.000 Tonnen jährlich werde die Anlage die bisherigen Kapazitäten des Unternehmens im Vereinigten Königreich verdoppeln und sichere MVV ein attraktives Einzugsgebiet für dieses zukunftsträchtige Marktsegment, so Clemens.
Aktuell betreibt MVV in Großbritannien zwei Abfallverbrennungsanlagen in Plymouth und Dundee mit jährlichen Behandlungskapazitäten von 245.000 bzw. 110.000 Tonnen. Außerdem gehört zum britischen Portfolio des Mannheimer Unternehmens noch das Biomassekraftwerk Ridham Dock mit einem Jahresdurchsatz von 180.000 Tonnen.
Für ein geplantes fünftes Anlagenprojekt zwischen Poole und Wimborne Minster im Süden Englands erhielt MVV im Juni von der britischen Environment Agency zwar die Umweltgenehmigung. Der Planungsausschuss des Stadtrats von Bournemouth, Christchurch und Poole (BCP) verweigerte im Anschluss aber die Baugenehmigung. Der Konzern prüft derzeit Möglichkeiten einer Berufung.
Die nun in Bau gehende Anlage in Wisbech ist laut MVV aufgrund ihrer hohen Erzeugungskapazität als bedeutsames Infrastrukturprojekt eingestuft und hat ein nationales Genehmigungsverfahren durchlaufen. Errichtet wird sie von der MVV-Tochtergesellschaft MVV Environment Medworth Ltd., den technischen Anlagenbau übernimmt das Schweizer Unternehmen Kanadevia Inova.
MVV will in Wisbech nicht recycelbare Haushalts-, Gewerbe- und Industrieabfälle verwerten und daraus Strom für rund 150.000 Haushalte erzeugen. Zudem besteht die Möglichkeit, lokale Unternehmen mit Prozessdampf zu versorgen. „Das Projekt ist ein Musterbeispiel dafür, wie MVV moderne und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft konzipiert. Die geschlossene Wertschöpfungskette aus Entsorgung und Energie entlastet Deponien, verringert den Ausstoß klimaschädlichen Methans und eröffnet neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region“, betonte MVV-Technikvorstand Hansjörg Roll.




