Die Länder Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2022 weniger Abfälle behandelt und entsorgt als noch im Vorjahr. Das ging aus den Abfallstatistiken hervor, die die beiden Länder vergangene Woche veröffentlicht haben.
Sachsens Abfallentsorgungsanlagen haben im Jahr 2022 mehr als 5,7 Mio Tonnen Abfälle behandelt oder entsorgt. Das sind fast 500.000 Tonnen weniger als noch im Vorjahr. Das erklärte die sächsische Staatskanzlei in einer Pressemitteilung. Die Herkunft der Abfälle hat sich dabei kaum verändert. Noch immer stammen weniger als zwei Drittel der Abfälle aus Sachsen, fast ein Drittel aus anderen Bundesländern und 5,6 Prozent wurden aus dem Ausland importiert. Mehr als 1,1 Mio Tonnen der behandelten und entsorgten Abfälle waren gefährliche Abfälle. Das ist ebenfalls deutlich weniger als die 1,5 Mio Tonnen an gefährlichen Abfällen aus dem Vorjahr.
Von den bei Entsorgungsanlagen angenommenen Abfällen wurden rund 3,6 Mio Tonnen als Abfall, Produkte und Sekundärrohstoffe wieder abgegeben. Das ist zwar etwas weniger als die 3,7 Mio Tonnen im Jahr zuvor, aber ein Fortschritt im Verhältnis zu der niedrigeren Gesamtabfallmenge, da 2022 ein größerer Anteil an Abfällen der Kreislaufwirtschaft zugeführt werden konnte.
1,4 Mio Tonnen des Behandlungsoutputs konnten als erzeugtes Produkt oder gewonnener Sekundärrohstoff einem neuen Nutzen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zugeführt werden. Knapp eine Mio Tonnen der Abfälle wurden recycelt oder der stofflichen Verwertung zugeführt. Über 850.000 Tonnen wurden zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet. Außerdem waren 215.000 Tonnen (5,9 Prozent) gefährliche Abfälle.
Mecklenburg-Vorpommern importiert wieder mehr Abfälle
Auch in Mecklenburg-Vorpommern verringerte sich, dem nationalen Trend entsprechend (EUWID 11/2024), die Menge an Abfällen, die in den 215 zulassungspflichtigen Abfallentsorgungsanlagen des Landes behandelt oder entsorgt wurden. Die Abfallmenge sank von 6,66 Mio Tonnen aus dem Vorjahr auf 6,5 Mio Tonnen in 2022. Damit setzt sich der Abwärtstrend seit dem Rekordjahr 2020, in dem rund 300.000 Tonnen mehr Abfälle behandelt wurden, weiter fort. Das lässt sich einer Mitteilung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern entnehmen.
Von den eingehenden Abfällen stammten demnach circa fünf Mio Tonnen aus Mecklenburg-Vorpommern, rund 1,43 Mio Tonnen kamen aus anderen Bundesländern und 65.000 Tonnen aus dem Ausland. Damit steigt der Anteil an Abfällen, die nicht aus Mecklenburg-Vorpommern stammen, im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,2 Prozentpunkte. Der Großteil der Abfälle, 44 Prozent, wurde zur Verfüllung in übertägigen Abbaustätten eingesetzt.
Den größten Anteil des Abfallaufkommens machten Bau- und Abbruchabfälle (55 Prozent) aus. An zweiter Stelle stehen Abfälle aus Abfall- und Abwasserbehandlung sowie der Wasseraufbereitung (23 Prozent). Auf Platz drei waren mit 13 Prozent Siedlungsabfälle aus Privathaushalten und vergleichbaren Einrichtungen.



