Meab erhält erste Teilgenehmigung für größere Sonderabfallverbrennungsanlage

Die Märkische Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft (Meab) hat die erste Teilgenehmigung zum Umbau ihrer Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) im brandenburgischen Zossen-Schöneiche erhalten. Wie das Landesumweltamt Anfang letzter Woche bekannt gab, genehmigte die Behörde den vom Unternehmen beantragten Neubau und Betrieb einer Rauchgasreinigungsanlage inklusive eines 40 Meter hohen Schornsteins sowie die Errichtung von Silo-Anlagen für Abfälle aus der Rauchgasreinigung und für Betriebsmittel.

Inhalt der noch ausstehenden zweiten Teilgenehmigung ist unter anderem der Bau einer neuen Verbrennungslinie mit Drehrohrofen sowie der Neubau einer mechanischen Vorbehandlungsanlage. Ziel der Umbaumaßnahmen ist eine 50-prozentige Erhöhung der täglichen Durchsatzkapazität der SAV Schöneiche von 90 auf 135 Tonnen. Statt bisher rund 26.000 Jahrestonnen sollen in der Anlage damit künftig jährlich rund 40.000 Tonnen Abfall thermisch entsorgt werden. Verbrannt werden sollen sowohl gefährliche als auch nicht gefährliche Abfälle aus verschiedenen Fraktionen wie Feststoffen, Abwässern, Schlämmen, Lösungsmitteln sowie Altölen, aber auch Sonderchargen und Gebinde.

Um die geplante Großinvestition ohne größere Zeitverzögerungen umsetzen zu können, beantragte das hälftig den Ländern Brandenburg und Berlin gehörende Entsorgungsunternehmen eine Genehmigung in Teilabschnitten. Das Landesumweltamt bestätigte ein berechtigtes Interesse für dieses Vorgehen. Die technische Lebensdauer der Anlage sei überschritten. Umfangreiche Instandhaltungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen seien erforderlich, um den nachhaltigen und gesetzeskonformen Betrieb der SAV weiterhin zu gewährleisten. Dabei besitze die Erneuerung der Rauchgasreinigung zeitlich eine erhöhte Priorität.

Neben der Sonderabfallverbrennungsanlage betreibt die Meab noch zwei DK-II-Deponien in Vorketzin und Schöneiche sowie eine Deponie der Klasse I (DK I) in Deetz. Weiterhin gehört zum Unternehmensportfolio noch die stillgelegte Sonderabfalldeponie (DK III) in Röthehof. Diese soll nach den Plänen des Unternehmens reaktiviert werden. Auf einem Ende 2024 beantragten neuen Deponieabschnitt sollen in einem Zeitraum von 23 bis 32 Jahren insgesamt 1,6 Mio Tonnen gefährliche Abfälle abgelagert werden. Damit wollen die Länder Berlin und Brandenburg eine autarke Entsorgungssicherheit für Sonderabfälle auch nach der für das Jahr 2035 geplanten Beendigung des Einlagerungsbetriebs auf der mecklenburg-vorpommerischen DK-III-Deponie Ihlenberg gewährleisten.

Die erste Teilgenehmigung zum Umbau der SAV Schöneiche ist hier abrufbar. Gegen den Bescheid kann bis zum 19. Dezember Widerspruch beim Landesamt für Umwelt in Potsdam erhoben werden.

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