Landbell setzt Kaliforniens Textil-EPR um

Kaliforniens Abfallressourcenministerium Cal Recycle hat Landbell USA als Produzentenverantwortungsorganisation (PRO) zur Umsetzung des 2024 im Bundesstaat verabschiedeten „Responsible Textile Recovery Act“ ausgewählt. Damit übernimmt die Tochter des Mainzer Systembetreibers den Aufbau und die Steuerung des ersten verbindlichen Regimes für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) bei Textilien in den USA. Das Gesetz verpflichtet Produzenten, die Sammlung, Reparatur, Wiederverwendung und das Recycling ihrer in Kalifornien in Verkehr gebrachten Waren zu finanzieren. Die Frist für den Beitritt der betroffenen Unternehmen zur PRO läuft bis zum 1. Juli, wie Landbell erklärt.

„Unser Ziel ist es, ein nahtloses, transparentes und hocheffizientes System zu etablieren“, sagt Patrick Gibbs, Textile Lead bei Landbell USA. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben als gemeinnützige Organisation aufgestellt. Zu den ersten Aufgaben gehöre die Entwicklung eines Plans, mit dem sich Textilabfälle reduzieren und die Lebensdauer von Kleidung verlängern lassen. Im Rahmen einer landesweiten Bedarfsanalyse soll die bestehende Rückgewinnungsinfrastruktur bewertet werden, um verfügbare Kapazitäten und Lücken im kalifornischen System zu ermitteln. Als zentrale Maßnahme nennt Landbell USA außerdem den Aufbau und die laufende Pflege eines Herstellerregisters, um die Einhaltung aller Vorgaben durch die beteiligten Marktakteure zu gewährleisten. 

Die Tätigkeit der PRO soll von einem vielfältig besetzten Vorstandsgremium mit Herstellern unterschiedlicher Größen und aus verschiedenen Materialkategorien gesteuert werden. Zur Sicherstellung von Transparenz und öffentlichem Vertrauen seien jährliche Finanzprüfungen und Fortschrittsberichte an das Ministerium vorgesehen.

Für die Landbell Group bedeutet die Ernennung zugleich einen Ausbau des internationalen Textilgeschäfts. In der Mitteilung verweist CEO Jan Patrick Schulz auf bereits bestehende Textil-PROs in Italien (ERP Italia Tessile), den Niederlanden (ERP Netherlands) und Spanien. Vor dem Hintergrund globaler Lieferketten in der Modeindustrie seien die Lösungen der Gruppe von Anfang an mit Blick auf die weltweite Branche entwickelt worden. 

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