Kunststoffrecycling-Start-up Cyclize erhält knapp fünf Mio € Anschubfinanzierung

Cyclize, ein Spin-off der Universität Stuttgart, hat nach eigenen Angaben eine Technologie zur Produktion von Synthesegas aus gemischten Kunststoffabfällen und CO2 entwickelt. Dieses Plasma-basierte Verfahren soll nun mithilfe von Investoren zur Marktreife gebracht werden: Cyclize gab heute bekannt, dass die Start-up-Investoren UVC Partners, High-Tech Gründerfonds, Aurum Impact, Unternehmertum Funding for Innovators und Business Angels dem Unternehmen insgesamt 4,75 Mio € Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen.

Mit dem Cyclize-Verfahren sollen sich gemischte Kunststoffabfälle aller Art recyceln lassen. Das entstehende Synthesegas könne wirtschaftlich mit fossilem Synthesegas konkurrieren, so das Unternehmen, und im Anschluss erneut als Basisbaustein für eine Vielzahl von Produkten wie beispielsweise Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe oder Farben dienen.

„Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist Innovator für die Kreislaufwirtschaft: Aus Plastikmüll wird ein echter Rohstoff mit monetärem Wert”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Niedrigschwellige Transformation soll Kosten überschaubar halten

In der chemischen Industrie könne nicht von einer „Dekarbonisierung“ gesprochen werden, gibt Cyclize auf seiner Website an, da Kunststoffe nicht ohne Kohlenstoff auskommen. Stattdessen sei das angestrebte Ziel eine „Defossilisierung“, also der Verzicht auf fossile Kohlenstoffquellen. Je nach gewünschtem Produkt könne der Prozess sogar kohlenstoffnegativ sein, indem vorhandenes Kohlenstoffdioxid als Ausgangsquelle genutzt werde. Hierdurch könnten Unternehmen auch beim Erreichen ihrer Emissionsziele unterstützt werden.

Mit seinem neuen Verfahren substituiert Cyclize nach eigenen Angaben bei der Produktion von Synthesegas lediglich die bisher fossile Kohlenstoffquelle und ändert damit nur den ersten Schritt in einer langen Wertschöpfungskette. Dank des Beibehaltens der folgenden Verfahrensschritte könnten vorhandene Assets weiter genutzt und die Produktionskosten niedrig gehalten werden.

Aufbau und Betrieb von Waste-to-Syngas-Anlage in Chemiepark geplant

Cyclize habe bereits großes Interesse seitens Industrie und Politik erfahren, so das Unternehmen. Seit Mai 2022 wird das Start-up durch den Exist-Forschungstransfer des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert. Mit dem neuen Kapital will Cyclize sich jetzt mit einem vergrößerten Team der Skalierung der Technologie und deren Anwendung im industriellen Maßstab widmen.

Darüber hinaus seien bereits Testreihen mit Pilotkunden in Planung, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen. Als nächstes Ziel nennt Cyclize den Aufbau und Betrieb der ersten Waste-to-Syngas-Anlage ihrer Art in einem Chemiepark, um mit dem Pilotbetrieb die Anwendbarkeit im industriellen Umfeld zu belegen.

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -