Kunststoffrecycler RCS investiert rund 50 Mio € in Betriebserweiterung

Die RCS-Gruppe aus Werne plant im nahegelegenen Nordkirchen die Erschließung eines neuen Betriebsgeländes. An dem Standort sollen künftig PET-Flakes und HDPE-Granulat produziert werden. Die jährliche Produktionskapazität ist mit etwa 30.000 Tonnen klaren und bunten PET-Flakes geplant. Zudem sollen rund 10.000 Tonnen HDPE-Mahlgut zu Lebensmittelgranulat weiterverarbeitet werden.

Auf dem 6,5 Hektar großen Grundstück werden den aktuellen Plänen zufolge eine Halle mit Silos sowie ein vierstöckiges Bürogebäude mit Parkplätzen errichtet. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 50 Mio €, so das Unternehmen. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 avisiert.

Über das Vorhaben verrät Adelheid Hauschopp-Francke aus dem Geschäftsführertrio der RCS-Gruppe: „Für die neue Produktionsstätte möchten wir eine weitere Tochtergesellschaft mit dem Namen RCS Recycling GmbH gründen.“ Damit würde die RCS-Gruppe künftig aus vier Unternehmen bestehen. Bislang gehören die Gesellschaften RCS Entsorgung GmbH, RCS Rohstoffverwertung GmbH und RCS Plastics GmbH zum Unternehmen. Alle Gruppenunternehmen werden gemeinschaftlich durch die drei Geschäftsführer Adelheid Hauschopp-Francke, Gerd Francke und Alexander Rimmer geführt. Dies gelte künftig auch für die RCS Recycling, erklärte das Unternehmen auf Anfrage.

Die Investition in den neuen Standort begründet RCS mit der steigenden Nachfrage nach rPET durch die strenger werdenden Vorgaben für die Herstellung von Verpackungen. „Das Recycling spart wertvolle Ressourcen ein und mindert die Abfallmenge. Zudem ist der Prozess an sich auch noch umweltfreundlicher als die Herstellung von neuem Primär-PET“, erklärt Hauschopp-Francke.

Das Unternehmen habe in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut Umsicht eine Berechnung für das Jahr 2023 erstellt. Diese vergleiche die Verbräuche der Neuherstellung mit dem Recycling von PET. Das Zertifikat bestätige der RCS-Gruppe, dass sie pro Jahr gut 169.000 Tonnen CO2-Äquivalente Treibhausgasemissionen und 1.346.800 MWh Energiemenge einspare. Hinzu komme die Einsparung von rund 75.800 Tonnen fossiler Ressourcen.

Die RCS-Gruppe ist auf das Recycling gebrauchter Einwegpfandflaschen spezialisiert. Seit 2012 wertet das Unternehmen PET-Pfandflaschen zu sortenreinen Flakes und Granulat für den Non-Food- und den Food-Bereich auf. Zuletzt hatte RCS im Jahr 2022 die PET-Recyclingkapazität um eine weitere Regranulierungsanlage deutlich – auf dann über 70.000 Tonnen pro Jahr – erweitert.

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