Die Kunststoff- und Recyclingindustrie erhöht vor dem für den 6. Mai erwarteten Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) den Druck auf die Politik. In einem gemeinsamen Appell fordern Plastics Europe Deutschland, der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) einen „Transformationsbooster“ für die Kreislaufwirtschaft. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern und Investitionen in zirkuläre Geschäftsmodelle anzureizen.
Nach Darstellung der Industrie-Allianz befindet sich die Branche in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Absatz und Auftragseingang seien seit 2021 um gut 20 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig belasteten hohe Energie-, Rohstoff- und Bürokratiekosten die Unternehmen, während günstigere Importe sowohl bei Neuware als auch bei Rezyklaten den Preisdruck erhöhten. Viele Anlagen seien seit drei Jahren nicht mehr rentabel ausgelastet. Die Verbände verweisen darauf, dass Investitionen verschoben, Anlagen geschlossen und Produktionsaktivitäten ins Ausland verlagert würden. Ein Verlust industrieller Kapazitäten sei nur schwer reversibel.
Im Zentrum des Forderungskatalogs steht die Stabilisierung der Nachfrage nach Rezyklaten. Die Verbände sprechen sich für verbindliche Vorgaben zum Rezyklateinsatz auf europäischer Ebene aus und fordern, entsprechende Materialien systematisch in der öffentlichen Beschaffung zu verankern. Darüber hinaus solle die Ökomodulation von Lizenzentgelten im Verpackungsrecht so weiterentwickelt werden, dass recyclinggerechtes Design und der Einsatz von Sekundärrohstoffen gezielt wirtschaftlich begünstigt werden.
Parallel dazu fordert die Industrie eine Ausweitung der Investitionsförderung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Genannt werden der Ausbau von Sammel-, Sortier- und Recyclingkapazitäten, Investitionen in Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Mehrwegsysteme und Reparatur sowie die Erschließung bislang schwer verwertbarer Abfallströme, etwa komplexer Verpackungen oder Verbundmaterialien. Zudem solle die Skalierung neuer Technologien beschleunigt werden, darunter mechanische, lösemittelbasierte und chemische Recyclingverfahren sowie der Einsatz digitaler und KI-gestützter Sortiertechnik....




