Kolping Recycling: Sammelnetz von Alttexil-Krise kaum betroffen

Die tiefe Krise auf dem Markt für Alttextilien geht auch an der Kolping Recycling nicht spurlos vorüber. Allerdings sind die Sammelstrukturen der Tochter des Kolpingwerks mit Sitz in Fulda und deren Partnerunternehmen weitaus weniger betroffen als diejenigen von anderen Marktteilnehmern.

Nach Angaben von Stephan Kowoll, Geschäftsführer der Kolping Recycling, wurden vornehmlich Container mit einem hohen Verschmutzungsgrad sowie unrentable Container abgezogen. Der Anteil abgebauter Sammelcontainer am Gesamtbestand liege bei rund fünf Prozent.

Demgegenüber haben nach Aussagen aus dem Markt manche gewerblichen Sammelunternehmen ihr Erfassungsnetz deutlich stärker ausgedünnt, teils flächendeckend die Erfassung eingestellt. Wie berichtet hat etwa bis Mitte April die gewerbliche Humana Kleidersammlung in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt alle ihre 36 Container aus dem Stadtgebiet abgezogen. Auch karitative Sammler haben ähnlich reagiert, so etwa das Deutsche Rote Kreuz im niedersächsischen Landkreis Gifhorn, wo sämtliche DRK-Altkleidercontainer abgebaut wurden.

Dass das Kolping-Netz vergleichsweise stabil betrieben wird, begründet Kowoll unter anderem damit, dass „man sich nicht an kommunalen Ausschreibungen mit entsprechend hohen Stellplatzgebühren beteiligt hat“. Vielmehr würden die Stellplätze beispielsweise über die Zusammenarbeit mit der Kirche akquiriert. Auf die von Kolping durchgeführten Straßensammlungen habe die Marktlage bislang keine Auswirkungen.

Hinsichtlich der wachsenden Müllproblematik habe Kolping Recycling nur „sehr vereinzelt“ eine Vereinbarung mit Kommunen treffen können. Ebenfalls nur in Einzelfällen hätten die Kommunen die Bereitschaft gezeigt, Stellplätze von Beistellungen zu reinigen. Hierfür, so Kowoll, fehlten den Kommunen schlicht die Kapazitäten.

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