In den oberfränkischen Nachbargemeinden Buttenheim und Altendorf steht der neue Schilfpark zur Klärschlammentwässerung und -vererdung kurz vor der Inbetriebnahme. Das gab die Pauly Group bekannt, die die Anlage seit Januar errichtet. Voraussichtlich Ende Oktober soll die Anlage den Betrieb aufnehmen, teilte das Unternehmen mit.
Wie berichtet, fallen in der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Buttenheim/Altendorf mit einer Ausbaugröße von 13.000 Einwohnerwerten jährlich rund 20.000 Kubikmeter Klärschlamm an. Dieser soll künftig in die großflächigen Schilfbeete der Anlage geleitet werden.
Die Bauarbeiten verliefen den Angaben der Pauly Group zufolge reibungslos und planmäßig. Nach dem Spatenstich im Januar seien in den folgenden Monaten die acht Schilfbeete fertiggestellt, mit Folie abgedichtet und mit rund 25.000 Schilfpflanzen bepflanzt worden.
Alle Rohrleitungen und Motorschieber für die Beschickung der Beete sowie zur Rückführung des Filtratwassers seien installiert und betriebsbereit. Derzeit würden die letzten Arbeiten an der elektronischen Steuerung mit Elektroinstallation und Softwareprogrammierung abgeschlossen, bevor die Abnahme der Anlage erfolge.
Die ökotechnische Entwässerung, ehemals unter dem Markennamen „Eko-Plant“ bekannt und inzwischen in „Klärschilf“ umbenannt, nutzt natürliche Prozesse zur Reduktion der Schlammmenge. Durch Verdunstung und Versickerung wird der Klärschlamm entwässert, während Mikroorganismen im Wurzelbereich organische Bestandteile abbauen und mineralisieren. Dadurch verringert sich die zu entsorgende Restmenge im Vergleich zu mechanischen Verfahren erheblich. Nach acht bis elf Jahren kann der entwässerte Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet oder thermisch behandelt werden.
Die Pauly Group, die als Totalunternehmer die Planung und den Bau der Anlage verantwortet hat, wird diese auch nach der Fertigstellung betreuen. Fachleute der Abteilung Service Ökotechnik würden die Entwässerungs- und Vererdungsleistung regelmäßig überwachen und gemeinsam mit dem Betriebspersonal mögliche Optimierungen umsetzen, erklärte das Unternehmen. Auch die künftige Verwertung des entwässerten Klärschlamms sei bereits vertraglich geregelt, hieß es.




